Thursday, July 25, 2024

„100 Tage – 7.10.“: Israelischer Profi wegen Torjubels in der Türkei festgenommen

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Sagiv Jehezkel rettete seinem Team einen Punkt. Der Israeli erzielte für Antalyaspor in der 68. Minute das 1:1 gegen Trabzonspor. Nach dem Tor drehte Jehezkel jubelnd ab und rannte auf eine Fernsehkamera am Spielfeldrand zu. Dort präsentierte er seine linke Hand, die bandagiert war. Auf dem Verband stand eine klare Botschaft: „100 days, 7.10.“ Zudem war ein Davidstern auf den Verband gemalt.

Mit der kleinen Botschaft erinnerte Jehezkel an das Leid der israelischen Geiseln, die sich seit dem 7. Oktober des vergangenen Jahres in der Gewalt der palästinensischen Terrororganisation Hamas befinden. Am 7. Oktober hatte die Hamas bei einem Massaker im Süden Israels 1200 Menschen getötet und 240 als Geiseln in den Gaza-Streifen verschleppt.

„100 Tage – 7.10“ - Sagiv Jehezkel erinnert mit dieser Botschaft an den Hamas-Überfall auf Israel

„100 Tage – 7.10“ – Sagiv Jehezkel erinnert mit dieser Botschaft an den Hamas-Überfall auf Israel
Quelle: dpa/Uncredited

An diese Barbarei erinnerte Jehezkel nach seinem Treffer. Wie weit es in der Türkei mit der Meinungsfreiheit bestellt ist, musste er direkt nach dem Spiel erfahren. Antalyaspor stellte Jehezkel noch am Abend frei. Der Klub teilte nach Informationen türkischer Medien mit, dass Anwälte daran arbeiteten, den Vertrag mit Jehezkel aufzulösen. Die Begründung: Jehezkel habe seine Aktion durchgeführt, ohne den Klub vorher informiert zu haben. Der türkische Fußballverband sprach von einem „völlig inakzeptablen Verhalten“ des Spielers und verteidigte die Reaktion Antalyaspors als „angemessen“.

„Öffentliche Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit“

Auch die türkische Justiz nahm sich des Torjubels an und ermittelt gegen den Israeli. Das teilte Justizminister Yilmaz Tunc mit. Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft erfolgten wegen „öffentlicher Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit“, hieß es in einem Beitrag von Tunc Beitrag auf X. Jehezkel wurde für weitere Ermittlungen festgenommen und nach einem Verhör durch die Staatsanwaltschaft am Montag wieder freigelassen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das israelische Außenministerium versuchen, den Spieler nach Israel zu bringen, wie der israelische Sender Channel 12 meldete.

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