Saturday, June 22, 2024

Netflix Alternative: 8 Alternativen zu Netflix, Prime und Co., die viele nicht kennen

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In der Automobilindustrie, bei den Lebensmitteln, den Buchverlagen: Überall hat es Jahrzehnte gebraucht, bis aus einem funktionierenden Markt mit vielen Anbietern Oligopole wurden, wo einige wenige, manchmal nur noch zwei, Angebot und Preis bestimmen können. Beim Streaming hat dies kaum zehn Jahre gedauert. Der deutsche Markt ist ein Triopol, fast komplett beherrscht von amerikanischen Firmen, von Netflix und Amazon Prime (je 30 Prozent) und Disney (20), sowie Sky (sieben) und Apple (vier).

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Von Netflix bis Mubi

Dies hat massive Auswirkungen auf das, was wir zu sehen bekommen: Trotz der scheinbar riesigen Auswahl ist 95 Prozent der Weltfilmproduktion dort gar nicht vertreten. Wir bewegen uns beim Streamen also in einer kleinen Blase, die wir wider besseres Wissen für die ganze Welt halten, wie die Twitteria ihr Twitter. Immerhin, knapp zehn Prozent „Sonstige“ sind noch übrig geblieben. Werfen wir einen Blick auf das, was die Unabhängigen anzubieten haben.

LaCinetek

Wenn ein Streamer sich als „das Gegenteil von Netflix“ definiert, wie das Cinetek-Geschäftsführer Jean-Baptiste Viaud tut, flößt einem das a priori ein gewisses Grundvertrauen ein. Sein einmaliges Konzept besteht darin, bekannte Regisseure eine Liste ihrer Lieblingsfilme schreiben zu lassen, jeweils 50 Filme lang. So erfährt man zum Beispiel, dass Aki Kaurismäki „Im Zeichen des Bösen“ von Orson Welles mag, und dass dieser Film auch auf der Lieblingsliste von Truffaut, Scorsese, Jeunet, Leconte, Arslan und Ferrara steht (unter anderen). So entsteht ein immer dichteres Netz von Superkuratoren (nennen wir sie so), das sich über die gesamte Filmgeschichte legt.

In einer idealen Welt müsste man nun nur auf die Titel klicken und könnte sich dann quer durch die Filmgeschichte sehen, aber die Welt ist nicht ideal, sondern wird von Rechten regiert. Von den rund 3000 Titeln auf den Listen sind nur ungefähr ein Drittel tatsächlich streambar, weil die Cinetek für die anderen (noch) keine Aufführungsrechte besitzt. Man kann einzelne Filme (für drei Euro) ansehen oder ein Monatsabo (ebenfalls drei Euro) abschließen, für das einem zehn Filme zu einem bestimmten Thema („Voyeurismus“, „Borderline“, „Weimarer Republik“) angeboten werden. Und das Schönste an dem Projekt ist: Ein Viertel der Subskribenten ist unter 25 Jahre jung. Nur nebenbei: Eine weitere fantastische Quelle für französische Filme ist tv5mondeplus.

Wakanim

Es war einmal eine communitybasierte Plattform für Anime, die 2009 in der französischen Mittelstadt Tourcoing gegründet wurde und den Namen Wakanim erhielt. Schnell stellte sie immer mehr Serien und Filme ins Netz, dehnte sich auf England, Skandinavien, Deutschland und Osteuropa aus, wurde die wichtigste Anlaufstation für Anime-Fans in Europa.

Doch seit ungefähr einem Jahr werden die kleinen Anime-Plattformen von den größeren gefressen, wie einst die kleineren Monster von Godzilla: Crunchyroll übernahm Animax und Wakanim, Funimation übernahm Crunchyroll, und Funimation wiederum gehört sowieso Sony. Man kann sich noch bei Wakanim anmelden, aber über kurz oder lang wird alles über Crunchyroll laufen, das inzwischen über 1000 Serien im Programm hat, die für zehn Euro im Monat werbefrei abzurufen sind.

Krimirausch

Wenn es etwas gibt, was Deutschlands Sehergemeinde eint, sind es Krimis. Das begann schon in den späten Fünfzigerjahren mit dem „Stahlnetz“ und hat sich seitdem zu einer wahren Schwemme ausgeweitet. Es war deshalb nur logisch, dass voriges Jahr ein reiner Krimikanal entstand: Krimirausch, mit mehr als 2000 Folgen aus 50 Serien, zurück bis zum „Kommissar“, „Derrick“ und „Der Alte“, aber auch mit sich noch im Dienst befindlichen Kriminalisten wie „Marie Brand“ oder denen von „Letzte Spur Berlin“.

Die Auswahl ähnelt momentan noch einer Retro-Mediathek des ZDF, von der versprochenen Ausweitung auf die ARD und skandinavische Krimis ist bisher nicht viel zu sehen. Auch 4K sollte man nicht erwarten, der Kanal zeigt die Serien in der Fassung, die einst über den Sender ging. Kostet aber auch nur fünf Euro im Monat.

Irokotv

Netflix hat, entsprechend seiner Strategie, weltweit jedes Territorium zu besetzen, auch begonnen, Filme aus Afrika aufzunehmen. Es ist sozusagen die gefilterte Variante des großen Reichtums an Filmen, der mittlerweile auf dem schwarzen Kontinent entsteht – der sich international aber weiterhin durch verhungernde Kinder, korrupte Diktatoren und Löwen in der Savanne medial repräsentiert sieht.

Dabei gibt es längst Streaming-Kanäle, die ein viel breiteres Bild des afrikanischen Lebens vermitteln. Einer der größten ist Irokotv, der schon 2011 gegründet wurde und über 5000 Titel im Programm hat, vor allem Nollywood-Filme und -Serien. Iroko – obwohl entstanden in einem Reihenhaus in London – ist ein Kind der Start-up-Szene im nigerianischen Lagos, dem „Silicon Valley Afrikas“. Und nicht ganz billig: 15 Euro kostet das Abo pro Monat. Das Interessante an den Abonnenten ist: Vier Fünftel kommen von außerhalb Afrikas.

alleskino

Als er sich ein Vierteljahrhundert im Dienst seines Fernsehkindes verzehrt hatte, suchte der „Lindenstraße“-Erfinder Hans W. Geißendörfer noch einmal nach einer anderen Herausforderung. Und fand sie, gerade 70 geworden, mit dem Online-Portal alleskino: Irgendwann sollte das gesamte deutschsprachige Filmerbe dort zu finden sein, inklusive Österreich und der Schweiz, geschätzte 15.000 Titel.

Davon ist man neun Jahre nach dem Start noch weit entfernt. Momentan sind es gut 1000, aber es gibt tatsächlich keinen besseren Ort im Netz für einen Querschnitt des deutschen Kinos von den Dreißigerjahren bis in die Gegenwart, für weimardeutsche und westdeutsche und ostdeutsche und gesamtdeutsche Filme. Die Sammlung ist ziemlich eklektisch, vom „Tiger von Eschnapur“ über „Stalingrad“ bis „Fack ju Göthe“

Im Einzelabruf kosten die Filme zwischen sechs und acht Euro (zum Kaufen) und zwischen drei und vier Euro (zum Leihen). Die Pauschale „Filmclub” mit einer monatlich wechselnden Auswahl ausgesuchter Filme gibt es für fünf Euro pro Monat.

Sooner

Andreas Wildfang war der Streaming-Pionier in Deutschland. Seine Plattform Realeyz bot 2011 das erste Abomodell an, Independentfilme, Kooperationen mit Hochschulen, alles, was nicht in die Kinos kam. Sein Publikum: metropol, weiblich, jung. Aber was waren 14.000 Abonnenten gegen 200 Millionen für Netflix?

So entstand die Idee eines europäischen Streamingdienstes, der den Giganten Konkurrenz macht – ein Programm, das durchaus auch unterhält, aber andere Botschaften vermittelt. Der extreme Individualismus ist die Quintessenz von vielen Netflix-Serien, auch von solchen, die amerikanische Auftraggeber in Europa drehen lassen: Einzelne handeln ohne sozialen Kontext. Nicht jede Serie muss einen Ken-Loach-Filter aufsetzen, aber viele Netflix- oder Amazon-Produktionen haben auch eine systemimmanent Botschaft, und die lautet: Der Einzelne trägt für das Ganze keine Verantwortung.

Wildfang hat sich mit mehreren europäischen Plattformen und mit Metropolitan, dem großen französischen Filmverleiher, zusammengetan und kommt so auf eine Bibliothek von Tausenden von Titeln: Filme der großen internationalen Festspiele über Links zu Festivals wie DokLeipzig und dem Max-Ophüls-Preis, Serien, die in Europa Furore machen, junge Filmemacher, neue Schauspielgesichter – das ist das Programm von Sooner, für acht Euro im Monat oder 60 Euro im Jahresabo.

BBC iPlayer

Die BBC ist der älteste öffentlich-rechtliche Sender der Welt, vor 100 Jahren (im Oktober 1922) nahm sie den Rundfunkbetrieb auf, vor 86 Jahren (im November 1936) ihr Fernsehprogramm. Da kommt schon einiges zusammen, und mit dem iPlayer lässt sich viel davon streamen, mit dem Schwerpunkt auf der Gegenwart, aber teils zurück bis in die 1980er. „Blackadder“ findet sich dort, „The Office“ und „Peaky Blinders“ – und das Schöne daran ist: Alles ist umsonst.

Der kleine Hemmschuh besteht darin, dass das Gratis-Angebot eigentlich auf Briten beschränkt ist, denn die zahlen die Gebühren, von denen die BBC die ganzen schönen Programme produziert. Man braucht also eine IP-Adresse im Vereinigten Königreich – oder einen VPN-Tunnel, der dem iPlayer vorgaukelt, man befinde sich in Großbritannien. Das stellt keine strafbare Handlung dar, da VPN-Dienste in Großbritannien legal sind; eine Sperrung des eingerichteten BBC-Kontos ist allerdings irgendwann möglich. Einer der besten Tunnel, der beim iPlayer gut funktioniert, ist NordVPN.

Flimmit

Man könnte, mit piefkescher Anmaßung, der Meinung sein, dass Österreich eigentlich kein selbstständiges Filmland ist. Den Gegenbeweis führt das Streaming-Portal Flimmit, das lediglich österreichische Produktionen zeigt – auch Kinofilme („Der Joker“, „Lourdes“), aber vor allem Fernsehserien, vom legendären „Kottan“ über den „Kaisermühlen-Blues“ bis zu „Altes Geld“.

Als Teil des öffentlich-rechtlichen Angebots des Österreichischen Rundfunks (ORF) hat die Plattform vor allem ORF-Inhalte wie Serien und Shows im Programm. Im Einzelabruf kosten Filme rund vier Euro zum Leihen und neun Euro zum Kaufen; die Flatrate schlägt mit 7,50 Euro pro Monat zu Buche. Sollte uns für unsere Nachbarn doch nicht zu teuer sein: Des geht si’ locker aus!

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