Sunday, July 14, 2024

Ukraine: Angriff auf Kiewer Kinderklinik – Belege für russische Rakete veröffentlicht

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Nach dem verheerenden Raketeneinschlag in ein Gebäude eines Kinderkrankenhauses in der Hauptstadt Kiew hat das ukrainische Justizministerium Belege für eine russische Rakete veröffentlicht. „Spezifische Konstruktionsbesonderheiten der gefundenen Trümmerteile und entsprechende typische Markierungen zeugen vom Einsatz eines strategischen Marschflugkörpers des Typs Ch-101“, sagte Vizejustizminister Andrij Hajtschenko gemäß einer Mitteilung.

Derartige Raketen haben einen Sprengkopf mit einem Gewicht von etwa 400 Kilogramm und eine Reichweite von bis zu 5000 Kilometer. Es seien insgesamt mehr als 30 Fragmente der Rakete gefunden worden, darunter Teile des Triebwerks und der Flügel. Zuvor hatte bereits der ukrainische Geheimdienst SBU Fotos von Trümmerteilen einer Ch-101-Rakete vorgelegt. Auch Rechercheure wie etwa das Team von „Bellingcat“ kommen zu diesem Schluss. Der Kreml behauptet, das Klinikgebäude sei durch eine ukrainische Flugabwehrrakete getroffen worden.

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Am Montag war eine Rakete in ein zweistöckiges Gebäude auf dem Gelände des Kinderkrankenhauses „Ochmatdyt“ in Kiew eingeschlagen. Zwei Erwachsene, darunter eine Ärztin, wurden getötet. Über 30 Menschen, darunter mindestens 8 Kinder, wurden verletzt. Bei dem heftigsten Raketenangriff auf Ziele in der Hauptstadt seit Jahresbeginn waren in der Dreimillionenstadt über 30 Zivilisten getötet worden.

Blick auf das beschädigte Okhmadyt-Kinderkrankenhaus im Zentrum von Kiew

Blick auf das beschädigte Okhmadyt-Kinderkrankenhaus im Zentrum von Kiew
Quelle: obs/Kinderkrankenhaus Okhmadyt

Die Ukraine hofft derweil auf mehr internationale Unterstützung. „Wir arbeiten weiter am Schutz unserer Städte und Gemeinschaften vor dem russischen Terror“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj im sozialen Netzwerk X. Er danke allen ausländischen Politikern, die nach dem verheerenden Angriff unter anderem auf eine Kinderklinik in Kiew neue Schritte zum Schutz der Ukraine vorbereiteten.

Der ukrainische Staatschef kündigte zudem den Wiederaufbau des schwer beschädigten Kinderkrankenhauses an. 100 Millionen Hrywnja (umgerechnet 2,3 Millionen Euro) seien für die Unterstützung des Krankenhauses bereits angewiesen worden, weitere 300 Millionen Hrywnja würden folgen, sagte Selenskyj. Er dankte allen privaten Spendern, die die Klinik unterstützt haben und versprach allen Familien Hilfe, deren Angehörige bei der Attacke getötet oder verletzt wurden.

Scharfe Kritik in New York

In einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates in New York zu den Angriffen bekam Moskau neben Kritik des Westens auch ein Signal aus China: Die Kämpfe hätten sich in letzter Zeit leider nicht beruhigt, „sondern verschärft und es kam von Zeit zu Zeit zu brutalen Angriffen, die viele Opfer forderten. China ist darüber zutiefst beunruhigt“, sagte der stellvertretende Botschafter, Geng Shuang.

Der Sicherheitsrat tagt im Hauptquartier der Vereinten Nationen

Der Sicherheitsrat tagt im Hauptquartier der Vereinten Nationen
Quelle: dpa/Seth Wenig

Peking äußerte sich dabei aber gewohnt vorsichtig und stellte seinen Partner Moskau nicht direkt an den Pranger.

Die USA dagegen hielten sich mit einer scharfen Verurteilung der Angriffe mit Dutzenden Todesopfern nicht zurück. Es sei „grausam“, dass Russland eine Kinderklinik bombardiert habe. Die britische Botschafterin Barbara Woodward fügte hinzu, Moskaus Verhalten sei „eine Schande für den Sicherheitsrat“. Frankreichs Vertreter Nicolas de Rivière sprach von einem „weiteren Eintrag und eine Liste von Kriegsverbrechen“, für die Russland zur Verantwortung gezogen werden müsse.

Geng Shuang (rechts), stellvertretender Botschafter von China, meldete sich im UN-Sicherheitsrat zu Wort

Geng Shuang (rechts), stellvertretender Botschafter von China, meldet sich im UN-Sicherheitsrat zu Wort
Quelle: AP/Seth Wenig

Die Vereinten Nationen rückten den Luftangriff derweil in die Nähe eines Kriegsverbrechens. „Ich möchte diesen Rat daran erinnern, dass Krankenhäuser nach dem humanitären Völkerrecht besonderen Schutz genießen. Vorsätzliche Angriffe auf ein geschütztes Krankenhaus sind ein Kriegsverbrechen und die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Joyce Msuya, die amtierende Chefin des UN-Nothilfebüros Ocha. Weil Russland im Weltsicherheitsrat Vetorecht besitzt, ist ein Vorgehen des mächtigsten UN-Gremiums gegen Moskaus Aggression ausgeschlossen.

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