Monday, July 15, 2024

EM 2024: Lothar Matthäus – Nagelsmann muss sehr wichtige Personalien klären

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Es gefällt mir, dass Julian Nagelsmann nach dem EM-Aus sehr schnell den Blick nach vorn gerichtet hat, auf die WM 2026 in Amerika. „Natürlich wollen wir Weltmeister werden. Das ist doch klar“, sagte der Bundestrainer.

Mir zeigt das, dass er heiß ist auf seinen Job. Und er sieht ja auch das Potenzial seines Kaders, weswegen Deutschland für mich schon bei dieser EM zum engen Favoritenkreis zählte. Trotz der guten Stimmung, für die unsere Nationalmannschaft gesorgt hat: Als Fußballland können wir nicht zufrieden sein mit dem Ergebnis Viertelfinale.

Unsere Mannschaft war nicht überragend. Sie hat immer wieder attraktiven Offensiv-Fußball gezeigt, aber sie hatte auch Probleme, gegen die Schweiz, gegen die Dänen, sogar gegen Ungarn. Und gegen die Spanier, mit denen wir auf Augenhöhe waren, sind individuelle Fehler passiert, die auf diesem Niveau direkt bestraft werden. Beide Gegentore waren zu verteidigen.

Weltmeister werden nicht erst beim Turnier gemacht – unser Kolumnist weiß das

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Quelle: dpa/Tom Weller

Das Gute: Es sind nur Nuancen, die aber zwingend verbessert werden müssen, um den nächsten Schritt in die Weltspitze zu machen. Und: Wir müssen uns definitiv keine Sorgen um die Zukunft machen. Auch, weil aus der U21 sehr gute junge Spieler nachrücken, die das Zeug haben, einmal große Fußstapfen auszufüllen: Maximilian Beier, der schon dabei war, Brajan Gruda, Rocco Reitz oder Merlin Röhl, um nur ein paar zu nennen.

Mit welchem System will Nagelsmann spielen?

Bislang hatte Nagelsmann nur neun Monate Zeit, ab sofort bleiben ihm zwei Jahre, um seine Mannschaft weiterzuentwickeln. Allerdings müssen einige sehr wichtige Personalgespräche schon bald geführt werden. Denn circa zwanzig Länderspiele in dieser Zeit sind wiederum nicht sehr viel, um eine schlagkräftige Mannschaft zu formen.

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Aber Julian Nagelsmann hat einen Plan, da bin ich sicher. Er ist einer, der über den Tellerrand hinausblickt. Die Fragen, die er jetzt stellen und für sich beantworten muss, lauten: Mit welchem System will ich spielen? Weiterhin mit zwei Halbstürmern und einer Spitze – oder doch mit einer echten Nummer neun und dann mehr über die Außen?

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Vor allem muss er aber die Frage klären: Wer von den arrivierten Spielern kann bei der WM in zwei Jahren der Mannschaft noch als Leistungsträger helfen? Voraussetzung dafür ist eine wichtige Rolle im Verein.

Manuel Neuer wird ein paar Monate vor der WM 40 Jahre alt. Seine Verdienste um den deutschen Fußball sind gigantisch. Bei der EM hat er wieder stark gehalten und sich nichts zuschulden kommen lassen. Er hat es verdient, selbst zu sagen, wann er in der Nationalmannschaft aufhört. In den Gesprächen mit Nagelsmann wird es auch darum gehen, sich auf den richtigen Zeitpunkt zu verständigen.

Ich hätte Nübel mit zur EM genommen

Denn es ist enorm wichtig, bei der WM eine klare Nummer eins zu haben. Die muss sich herauskristallisieren, etwa in einem Duell zwischen der bisherigen Nummer 2, Marc-André ter Stegen, in zwei Jahren 34, und Alexander Nübel, der dann 29 ist und höchstwahrscheinlich beim FC Bayern spielt, womöglich als Neuer-Nachfolger. Ihn hätte ich nach seiner starken Saison in Stuttgart übrigens jetzt schon mit zur EM genommen, damit er Turnier-Erfahrung sammelt.

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Manuel Neuer

Wie bei Neuer läuft auch Thomas Müllers Vertrag bei Bayern nur noch ein Jahr. Zuletzt war auch dort kein absoluter Stammspieler mehr. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er sich im Alter von bald 35 Jahren die Reisen mit der Nationalelf noch antun möchte – für ein paar Joker-Minuten. Toni Kroos ist bereits zurückgetreten, was ich aus seiner Sicht verstehe, aber sehr schade finde. Er war unser Leader aus der Defensive heraus. Ballverteiler und Quarterback. Eins zu eins ist er nicht zu ersetzen.

Nagelsmann hat Aleksander Pavlovic vom FC Bayern und Angelo Stiller vom VfB Stuttgart genannt. Sie können definitiv in diese Rolle hineinwachsen. Beide sind jung und stehen für eine langfristige Perspektive. Pavlovic muss sich in der neuen Saison aber erst mal beim FC Bayern durchsetzen. Stiller hat eine starke Saison beim VfB gespielt und wird in der Champions League weiter reifen. Pascal Groß mit seinen bereits 33 Jahren wäre hingegen keine langfristige Lösung. Emre Can ist in zwei Jahren auch schon 32.

Ich kann mit Kimmich in der Kroos-Rolle vorstellen

Leon Goretzka, dann 31, schätze sich sehr als Mensch, als Fußballer und Teamplayer. Aber er ist ein ganz anderer Spielertyp als Kroos, anders jedenfalls als jener, den Nagelsmann auf dieser Position sieht. Deshalb war er wohl bei der EM nicht dabei, obwohl Nagelsmann und er sich bei Bayern gut verstanden haben.

In welcher Rolle sieht Nagelsmann Joshua Kimmich?

In welcher Rolle sieht Nagelsmann Joshua Kimmich?
Quelle: Getty Images/Dean Mouhtaropoulos

Ich kann mir in der Kroos-Rolle sehr gut Joshua Kimmich langfristig vorstellen, nicht nur, weil er erst 28 ist. Er hat bei der EM als rechter Verteidiger Weltklasse gespielt, und er kann das auf diesem Niveau auch im Mittelfeld. Er ist auch als Anführer nochmal gereift durch das schwere letzte Jahr bei Bayern, wo er nicht die Unterstützung von Trainer Tuchel bekam. Im Gegenteil. Aber Kimmich hat trotz aller Kritik und Widerstände seine Qualität bewiesen. So etwas prägt.

Für die Kroos-Rolle ist wichtig, dass er dort die volle Unterstützung vom Trainer hat. Ideal wäre zudem, im Verein auf derselben Position zu spielen. Bei Bayern dürfte das nach der Verpflichtung des Portugiesen Palhinha noch schwieriger werden, weshalb für Kimmich ein Wechsel Sinn machen würde. Vielleicht überlegen die Bayern aber noch mal, ob sie ihn wirklich ziehen lassen wollen.

Wenn Kimmich bei Bayern nicht mehr der Kapitän der Zukunft ist – für mich kann er das in der Nationalmannschaft sehr wohl sein. Oder auch schon sofort, falls Ilkay Gündogan mit bald 34 Jahren jetzt auch zurücktritt.

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Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, SPORT BILD, BILD) geschrieben und zuerst in SPORT BILD veröffentlicht.

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