Tuesday, July 23, 2024

EM 2024: Spiel gedreht – Niederlande nach Sieg über Türkei im Halbfinale

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Die Niederlande steht im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft und darf damit weiter vom zweiten EM-Triumph auf deutschem Boden nach 1988 hoffen. Die Mannschaft von Trainer Ronald Koeman besiegte die Auswahl der Türkei im Berliner Olympiastadion mit 2:1 (0:1).

Ausgerechnet Samet Akaydin hatte die Türken in der 35. Minute in Führung gebracht. Der Abwehrspieler war für den wegen seines Wolfsgrußes gesperrten Merih Demiral in die Startelf gerückt. Arda Güler verpasste zu Beginn der zweiten Halbzeit das 2:0 nur knapp. Der Pfosten verhinderte eine mögliche Vorentscheidung.

Die Niederlande blieb geduldig und drehte dann per Doppelschlag das Spiel. Zunächst köpfte Stefan de Vrij nach einem Eckball zum Ausgleich ein (70.), dann war es Cody Gakpo, der den Ball aus kurzer Distanz mit letztem Einsatz über die Linie bugsierte (76.). Das Tor wurde nachträglich als Eigentor gewertet. Die Türkei rannte anschließend leidenschaftlich an und hatte noch einige Chancen auf das 2:2, doch das Spiel hielt keine weitere Wendung bereit.

„Das war eine richtige Schlacht heute. Die Türken haben wirklich ein großes Herz und auch eine gute Qualität. Das war hart heute. Aber wir sind geduldig geblieben“, sagte Torschütze de Vrij: „Wir haben dann in der zweiten Halbzeit viel gekämpft, endlich angefangen Fußball zu spielen und dann auch zwei Tore gemacht.“

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Manuel Neuer

Überschattet wurde das Spiel von der politischen Symbolik. Schon am Nachmittag hatten türkische Anhänger während des Fanmarsches zum Stadion den umstrittenen Wolfsgruß gezeigt. Die Polizei Berlin teilte auf X mit, man habe die Fans aufgefordert, dies zu unterlassen. „Ein Fanwalk ist keine Plattform für politische Botschaften“, schrieb die Behörde. Zwischenzeitlich stoppte die Polizei den Marsch, bevor sie ihn rund eine Stunde später ganz beendete. Grund seien „fortgesetzte politische Botschaften“ gewesen.

Erdogan und der Wolfsgruß

Im Stadion setzte sich das Schauspiel fort. Als der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Ehrentribüne des Olympiastadions betrat, brandete Jubel unter den türkischen Fans auf. Viele erhoben die Hände zum Wolfsgruß. Der Präsident legte seine Hand auf die Brust und winkte seinen Unterstützern. Während des Spiels saß der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil hinter ihm.

Unmittelbar vor dem Anpfiff hatten zudem Tausende türkischer Zuschauer den Gruß wiederholt, während ihre Nationalhymne abgespielt wurde.

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Auch auf dem Platz gingen die Türken mit reichlich Trotz in die Partie. „Wir werden sogar noch leidenschaftlicher und stolzer sein“, hatte Trainer Vincenzo Montella angekündigt, gleichzeitig von seinen Spielern aber auch gefordert: „Wir müssen unsere Emotionen drosseln.“

Wie wichtig diese Balance ist, zeigte die Anfangsphase. Die niederländische Offensive mit den trickreichen Cody Gakpo, Xavi Simons und Memphis Depay lief mit viel Tempo auf das gegnerische Tor zu, wirkte dabei aber oft zu verspielt. Die Türken verteidigten mit Zweikampfhärte und Leidenschaft – und erarbeiteten sich ab Mitte der ersten Halbzeit auch mehr Ballbesitz.

Auch bei Standards von Hakan Calhanoglu, der nach abgesessener Gelbsperre im zentralen Mittelfeld neben dem Dortmunder Salih Özcan wieder Regie führte, kam Gefahr auf. So fiel auch die Führung: Nach einer Ecke des Ex-Bundesligaprofis landete der Ball bei Arda Güler, und der 19-Jährige servierte Torschütze Akaydin eine maßgeschneiderte Flanke auf den Kopf. Demiral applaudierte auf der Tribüne und lachte – auf eine erneute provokante Geste verzichtete er aber.

Weghorst belebt das Oranje-Spiel

Bondscoach Koeman reagierte zur Pause und brachte Super-Joker Wout Weghorst für den enttäuschenden Steven Bergwijn. Der in der Vorsaison an Hoffenheim ausgeliehene Weghorst sorgte auch für mehr Schwung im Angriffsspiel von Oranje. Die Türken wagten sich nun weniger nach vorne, hatten durch Gülers Pfosten-Freistoß (56.) und Kenan Yildiz (65.) gute Chancen auf das 2:0. Doch dann folgte die erfolgreiche Aufholjagd für die in der Schlussphase deutlich besseren Niederländer. Sie hielten den anstürmenden Türken stand, vor allem Keeper Bart Verbruggen zeichnete sich entscheidend aus.

Die Niederlande trifft nun im Halbfinale am Mittwoch in Dortmund auf England, das sich zuvor im Elfmeterschießen knapp gegen die Schweiz durchgesetzt hatte.

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