Monday, July 15, 2024

US-Wahl: TV-Duell Trump vs. Biden – WELT TV und WELT.de zeigen Debatte live

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Das Duell kommt sehr früh. Bereits am Donnerstag (21 Uhr Ortszeit, Freitag 3 Uhr MESZ) treten Joe Biden und Donald Trump zu ihrer ersten TV-Debatte des Wahljahres gegeneinander an – mehr als vier Monate vor der US-Präsidentschaftswahl. Früher fanden die TV-Duelle der US-Präsidentschaftskandidaten erst in den letzten drei Monaten vor der Wahl statt. Das sind alle wichtigen Informationen zum TV-Duell:

TV-Duell Trump – Biden: Live-Übertragung

Ab 3:00 Uhr deutscher Zeit überträgt WELT TV am Freitag, 28.6.2024, das Duell im CNN-Original live aus Atlanta, wo Trump und Biden debattieren werden.

Vor Beginn des Fernsehduells sendet WELT TV um 2:30 Uhr die aktuelle Ausgabe seiner Reihe WELTBLICK auf Amerika — Mit Jan Philipp Burgard sowie im direkten Anschluss an das Duell die WELT-TV-Reportage Trump — Das große Comeback? um 4:30 Uhr.

Der Terminkalender

Unüblich ist der frühe Debatten-Termin auch deshalb, weil Biden und Trump noch gar nicht offiziell als Präsidentschaftskandidaten nominiert sind. Die Republikaner werden Ex-Präsident Trump erst bei einem Parteitag Mitte Juli zum Kandidaten küren, die Demokraten wollen Präsident Biden dann bei einer Versammlung im August nominieren.

Der frühe Termin des TV-Duells entspricht jedoch den Wünschen des Biden-Lagers. Als einer der Gründe wurde dort genannt, dass die Fernsehdebatten diesmal schon vorbei sein sollen, bevor der Wahlprozess beginnt – durch die von Millionen Bürgern genutzte Option der vorgezogenen Stimmabgabe startet die Wahl schon ab der zweiten September-Hälfte. Eine zweite Debatte ist für den 10. September angesetzt.

Trump vs. Biden

Noch gar keine offiziellen Präsidentschaftskandidaten: Trump und Biden (r.)
Quelle: AP/Andrew Harnik

Die Regeln des TV-Duells

Die Debatte wird vom Sender CNN in Atlanta im Bundesstaat Georgia veranstaltet. Moderiert wird das 90-minütige Duell von den CNN-Starjournalisten Jake Tapper und Dana Bash. Publikum wird es nicht geben.

CNN legte in Absprache mit den Wahlteams fest, dass das Mikrofon jenes Kandidaten, der gerade nicht an der Reihe ist, stumm geschaltet wird – was störendes Dazwischenreden verhindern soll. An ihr Redepult dürfen Biden und Trump keine vorbereiteten Notizen mitnehmen, sondern nur einen Stift, einen leeren Notizblock und eine Flasche Wasser.

Trump hat das letzte Wort

Trump wird im ersten Duell das letzte Wort haben. Die Entscheidung fiel laut Medienberichten durch einen Münzwurf: Zwar landete die Münze auf Zahl und damit der Wahlliste der Biden-Kampagne. Diese konnte deshalb entscheiden, ob sie den Podiumsplatz des Präsidenten oder die Reihenfolge der Schlusserklärungen auswählen wollte – und entschied sich für ersteres.

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Die Ausgangslage

Die Umfragen deuten weiterhin darauf hin, dass es bei der Wahl am 5. November wie schon 2020 ein sehr knappes Rennen geben wird. Trumps strafrechtliche Verurteilung im New Yorker Schweigegeldprozess hat auch nichts daran geändert, dass er in mehreren der als wahlentscheidend geltenden Schlüsselstaaten vorn liegt. Mehr als vier Monate vor der Wahl haben die Umfragen allerdings nur einen sehr begrenzten Aussagewert, da noch viel passieren kann, was die Wahldynamik beeinflusst.

Die Vorbereitung

Biden bereitet sich akribisch auf die Debatte vor, bereits seit Donnerstag hat er sich dafür nach Camp David, den Landsitz der US-Präsidenten bei Washington, zurückgezogen. Für sein Training lässt Biden einen seiner Berater den Trump mimen.

Das bisher letzte TV-Duell: Am 22. Oktober 2020 trafen sich Joe Biden (l.) und Donald Trump (r.) vor Fernsehkameras – zwei Wochen später fand die Wahl statt

Das bisher letzte TV-Duell: Am 22. Oktober 2020 trafen sich Joe Biden (l.) und Donald Trump vor Fernsehkameras – zwei Wochen später fand die Wahl statt
Quelle: picture alliance/dpa/Pool Reuters/AP

Trump wiederum absolviert nach Auskunft seines Teams zwar kein ähnlich strammes Debattentraining wie sein Rivale. Laut Medienberichten hat sich der Ex-Präsident jedoch mit Senatoren und potenziellen Anwärtern auf die Vizepräsidentschaftskandidatur umgeben, um mit ihnen über voraussichtliche Themen des TV-Duells zu diskutieren.

Die Themen

Trump setzt auch in diesem Wahlkampf auf aggressive Polemik gegen Zuwanderer und dürfte Biden in der Debatte erneut persönlich für die Rekordzahlen irregulärer Migranten an der Grenze zu Mexiko verantwortlich machen – wenngleich der Präsident erst kürzlich die Migrationsregeln drastisch verschärft hat.

Trump wird Biden auch ein kolossales Versagen in der Wirtschaftspolitik vorwerfen – obwohl die Daten auf eine durchaus solide Erholung der US-Wirtschaft hinweisen.

Umgekehrt wird Biden versuchen, das Abtreibungsrecht in den Vordergrund zu stellen. Er wirft Trump vor, mit seiner einstigen Nominierung dreier konservativer Richter an den Supreme Court die Abschaffung des landesweiten Abtreibungsrechts durch das Gericht 2022 ermöglicht zu haben.

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Biden wird seinen Rivalen zudem – unter anderem wegen dessen Sympathien für Kreml-Chef Wladimir Putin – als außenpolitisches Risiko darstellen, nicht zuletzt mit Blick auf den Ukraine-Konflikt.

Vor allem aber wird Biden seinen Kontrahenten als Gefahr für die Demokratie beschreiben. Dass Trump seine Wahlniederlage gegen Biden von 2020 nie akzeptiert hat, damals gegen den Wahlausgang intervenierte und deswegen strafrechtlich verfolgt wird, liefert Biden reichlich Material für seine Warnungen.

Umgekehrt dürfte Bidens hohes Alter zum Thema der Debatte werden. Der 81-Jährige nährt immer wieder selbst mit Aussetzern die Zweifel an seiner Eignung für das Amt. Wie offensiv Trump das Thema in der Debatte angeht, ist fraglich. Denn es handelt sich für ihn um ein zweischneidiges Amt – mit seinen 78 Jahren ist Trump nicht viel jünger, und auch er verheddert sich immer wieder verbal.

Der Ton

Auch 2020 lieferten sich Biden und Trump zwei TV-Duelle. Und dabei ging es sehr aggressiv zu. In Erinnerung geblieben ist etwa Bidens verärgerte Reaktion auf Trumps wiederholtes Dazwischenreden: „Kannst Du die Klappe halten, Mann?“

Auch diesmal dürfte es wieder sehr hart zur Sache gehen. Dabei erwartet Trump nicht unbedingt, den Präsidenten ins Schleudern bringen zu können. Er stellt sich vielmehr auf einen energischen Auftritt Bidens ein – und verbreitet nicht zum ersten Mal die perfide Unterstellung, der Präsident nehme Aufputschmittel.

TV-Duelle: Denkwürdige Momente

Die mehr als 60-jährige Geschichte der Präsidentschaftsduelle im US-Fernsehen ist reich an Pannen, Peinlichkeiten und Provokationen – und hält insofern für Biden und Trump einige Lektionen bereit:

1960

Für das erste TV-Präsidentschaftsduell der US-Geschichte will sich Richard Nixon kein Makeup auftragen lassen – ein Fehler. Denn von einer Grippe geschwächt und mit Bartschatten im Gesicht wirkt der Vizepräsident ausgezehrt und stellt einen scharfen Kontrast zu dem gut aussehenden und dynamischen Senator John F. Kennedy dar. Nixon verliert die Wahl.

1984

Der 73-jährige Präsident Ronald Reagan nimmt den Anspielungen auf sein hohes Alter die Spitze, indem er im Duell mit Walter Mondale ironisch anmerkt: „Ich werde Altersfragen in dieser Kampagne nicht thematisieren. Ich werde die Jugend und Unerfahrenheit meines Opponenten nicht politisch ausschlachten.“ Reagan wird mit klarer Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

1988

Michael Dukakis wird in der Debatte mit George Bush senior vom Moderator mit der Frage konfrontiert, ob er den Tod des Täters wünschen würde, sollte seine Frau vergewaltigt und ermordet werden. Dukakis gibt daraufhin ein trockenes Statement gegen die Todesstrafe ab, das wie abgelesen wirkt – und bestätigt damit sein Image als „Mann aus Eis“. Er verliert die Wahl.

1992

Präsident Bush senior lässt während der TV-Debatte die Wähler seine Ungeduld spüren, indem er auf seine Armbanduhr schaut. Dies verstärkt den Eindruck, Bush sei ein arroganter Reicher, der sich wenig um die Probleme der kleinen Leute schert. Der Rivale Bill Clinton gewinnt die Wahl vor allem mit dem Versprechen, die US-Wirtschaft wieder fit zu machen.

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2000

Mit Kopfschütteln und wiederholtem Seufzen wirkt Vizepräsident Al Gore im ersten TV-Duell mit George W. Bush herablassend. Bei den folgenden Debatten versucht Gore, mehr zu lächeln – doch den Ruf eines arroganten Intellektuellen wird er nicht mehr los. Er verliert die Wahl in einem äußerst knappen Rennen.

2008

John McCain macht in der Debatte einen wenig sympathischen Eindruck, als er mit dem Finger auf Barack Obama zeigt und ihn als „That one“ („Dieser da“) tituliert, statt ihn beim Namen zu nennen. Obamas Demokraten drehen danach den Spieß um und verwandeln die abschätzige Aussage in einen Wahlkampfslogan. Obama wird Präsident.

2016

Donald Trump greift seine Rivalin Hillary Clinton in den Debatten massiv persönlich an – und droht ihr sogar, unter ihm als Präsident säße sie wegen einer E-Mail-Affäre „im Gefängnis“. Während einer der Debatten lungert Trump in Clintons Rücken herum, während sie spricht. Vor lauter Unwohlsein habe sie in diesen Momenten eine Gänsehaut bekommen, berichtet Clinton später in ihren Memoiren. Die Wahl verliert sie.

2020

Biden begegnet Aggressivität mit Aggressivität und setzt Trump in den Debatten hart zu. Auf das wiederholte Dazwischenreden seines Kontrahenten reagiert Biden mit dem verärgerten Ausruf: „Kannst Du die Klappe halten, Mann?“ Biden nennt den Präsidenten auch unter Bezug auf dessen Sympathien für den Mann in Moskau „Putins Hündchen“. Biden gewinnt die Wahl sehr knapp.

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