Tuesday, July 23, 2024

„Spielermaterial“: Nach dem Spiel hat Füllkrug eine Botschaft für den ZDF-Moderator

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Kurz nach Mitternacht kam Niclas Füllkrug aus der Kabine und betrat die Mixedzone. Der Stürmer war am Sonntag der gefragteste Mann: Sein Kopfballtor in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 1:1 (0:1) im letzten EM-Vorrundenspiel hatte für Platz eins in der Gruppe A gesorgt – und vor allem für eine Jubel-Explosion im Frankfurter Stadion und auf den vielen Fanmeilen im Land gesorgt. Und nicht zuletzt auch in der DFB-Auswahl.

Füllkrug war, wen wundert das, bester Laune nach seinem 13. Treffer im 19. Länderspiel. „Ah, das ZDF. Das ist gut. Aber bitte senden, was ich gleich sage!“, entgegnete Füllkrug den beiden Reportern zu Beginn, ehe sie ihn nach dem Spiel, seinem Tor und der Stimmung befragten. Es sollte also noch etwas kommen.

„Ein ganz wichtiger Moment“, sagt Füllkrug

„Das war schon eine kleine Explosion“, sagte 31-Jährige mit Blick auf die Lautstärke des Jubels nach seinem Tor. Es war für das DFB-Team die emotionale Krönung der Vorrunde. Sie weckte Erinnerungen an die WM 2006, als der damalige Stürmer Oliver Neuville als Joker im zweiten Gruppenspiel gegen Polen eine Hereingabe des ebenfalls eingewechselten David Odonkor zum 1:0 ins Tor bugsierte.

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Auch damals lief bereits die Nachspielzeit und ein Jubel-Orkan ging durchs Land. „Die kamen auch beide damals von der Bank und haben das eine entscheidende Ding gemacht“, sagte Füllkrug zum Vergleich der WM 2006 mit der EM 2024: „Das kann schon ein Knackpunkt-Moment gewesen sein.“ Sein Tor, das der eingewechselte David Raum vorbereitet hatte, war für Füllkrug nicht nur persönlich „ein ganz wichtiger Moment“, sondern zugleich einer „fürs Land, für uns, für die Mannschaft, für die Spieler“. Er genieße dieser Tage, fügte er an, insbesondere die Atmosphäre im Land. Diese mache etwas mit ihm.

Oliver Neuville erzielte das Siegtor gegen Polen bei der WM 2006

14. Juni 2006: In der Nachspielzeit erzielte Oliver Neuville das umjubelte 1:0-Siegtor im zweiten Gruppenspiel gegen Polen
Quelle: picture-alliance/dpa/Achim Scheidemann

Ehe Füllkrug zum nächsten Interview ging, fragte ihn der ZDF-Reporter noch, ob er denn nun alles gesagt habe, was er sagen wollte. Der Stürmer lachte. Und wurde nun seinen Seitenhieb los. „Schöne Grüße noch an Jochen Breyer“, sagte er – und, dass er den Begriff „Spielermaterial“ gar nicht so schlimm finden würde.

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Füllkrug bezog sich auf die ZDF-Übertragung des Spiels Spanien gegen Italien (1:0) am vergangenen Donnerstag. Breyer hatte Ex-Nationalspieler Per Mertesacker ermahnt, weil dieser den Begriff „Spielermaterial“ verwendet hatte. Der Experte analysierte vor der Partie, dass die Spanier einen veränderten Stil hätten, „weil sie auch nicht mehr so das Spielermaterial haben, jetzt nur auf Ballbesitz zu gehen“.

„Weil Menschen kein Material sind“

Darauf sagte Breyer an Mertesacker und Christoph Kramer als weiteren Experten gerichtet: „Spielermaterial – weil ihr beide den Begriff öfter verwendet. Ich weiß, das wird bei einigen Fans zu Hause kritisch gesehen, weil Menschen kein Material sind. Vielleicht sagen wir einfach in Zukunft Kader oder das Spielerpotenzial.“ Die beiden Weltmeister von 2014 schauten sich an, schmunzelten und antworteten: „Okay“.

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In den sozialen Netzwerken entfachte daraufhin eine Debatte. „Niemand muss sich Sorgen machen, dass Chris und Per das Wort nicht mehr verwenden dürfen. Ich bekomme während eines Turniers viele Nachrichten und hatte von mehreren Leuten gehört, dass sie dieses Wort kritisch sehen. Dieses Feedback versuche ich einfließen zu lassen und wollte das einfach weitergeben“, hatte Breyer gegenüber BILD gesagt.

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Eine Jury aus sechs Sprachwissenschaftlern hatten im Jahr 2000 das ähnliche Wort „Menschenmaterial“ als Unwort des 20. Jahrhunderts gewählt, da dieses aus ihrer Sicht für eine Tendenz stehe, „Menschen nur noch nach ihrem „Materialwert“ einzuschätzen“.

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