Tuesday, July 23, 2024

EM 2024: Jetzt live – Georgien holt seinen ersten EM-Punkt der Geschichte

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Fassungslos lagen die georgischen Spieler nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen des Hamburger Volksparkstadions. Der EM-Neuling hat am Samstag beim 1:1 (1:0) gegen Tschechien zwar zum ersten Mal einen Punkt bei einem großen Fußball-Turnier geholt. In der letzten Aktion des Spiels vergab Stürmer Saba Lobjanidze aber die Großchance zum Sieg. Nach diesem Unentschieden brauchen die beiden Außenseiter der Gruppe F nun mit großer Wahrscheinlichkeit einen Sieg im letzten Vorrundenspiel, um noch das Achtelfinale dieser Europameisterschaft zu erreichen.

Besonders im Blickpunkt stand in Hamburg auch Schiedsrichter Daniel Siebert. Der Berliner profitierte zweimal vom Eingreifen seines Videoassistenten. Zunächst nahm er einen Treffer der Tschechen wegen eines Handspiels wieder zurück. Dann wurde er vor dem georgischen Führungstor durch Georges Mikautadze (45. Minute +4/Handelfmeter) auf ein Handspiel im Strafraum des Favoriten aufmerksam gemacht. Torjäger Patrik Schick vom deutschen Meister Bayer Leverkusen traf wenigstens noch zum 1:1 für die Tschechen (59.).

„Wir sind glücklich. Wir haben den ersten Punkt gemacht. Wir hätten aber auch gewinnen können. Es schmerzt ein bisschen, aber man kann nicht immer Tore machen. Es hat keiner erwartet, dass Georgien zur EM kommt. Aber wir sind auch für eine Überraschung gut“, sagte Giorgi Kvilitaia. Enttäuschung herrschte dagegen in Tschechien. „Schick beendete die Misere erst nach einer Stunde“, schrieb die Boulevardzeitung „Blesk“ in ihrer Online-Ausgabe.

Es hätte das Siegtor sein können: Georgiens Saba Lobjanidze (r.) vergibt die Chance in der Nachspielzeit

Es hätte das Siegtor sein können: Georgiens Saba Lobjanidze (r.) vergibt die Chance in der Nachspielzeit
Quelle: dpa/Sina Schuldt

Bei seinem ersten EM-Einsatz in diesem Jahr musste Referee Siebert von Anfang an ganz genau hinschauen. In einer stürmischen Anfangsphase zählte der vermeintliche Führungstreffer von Adam Hlozek nicht, weil der Leverkusener Bundesligaprofi den Ball noch mit der Hand berührte, ehe er schließlich im Tor landete (23.). Hlozek kam im Vergleich zum späten 1:2 zum Auftakt gegen Portugal ebenso neu in die Startelf wie Vaclav Cerny vom VfL Wolfsburg und David Jurásek von der TSG Hoffenheim. Trainer Ivan Hasek vertraute auf seine in Deutschland aktiven Spieler, sie agierten vor dem Tor aber zunächst glücklos und belohnten sich nicht für den enormen Aufwand.

Schick muss angeschlagen vom Platz

Vor allem Hlozek und Bayer-Teamkollege Schick sorgten immerhin regelmäßig für Gefahr, scheiterten aber an Georgiens starkem Schlussmann Giorgi Mamardaschwili. Der 23-Jährige war im vergangenen Sommer schon beim FC Bayern München im Gespräch und zeichnete sich im Volksparkstadion zunächst mehrfach durch Paraden aus. Entlastung bekam er erst nach einer guten halben Stunde, als seine Vorderleute sich auch offensiv mehr trauten. Nach einem Handspiel des tschechischen Abwehrchefs Robin Hranac und anschließendem Videobeweis entschied Referee Siebert in einem für ihn kniffligen Spiel auf Elfmeter.

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Mikautadze verwandelte in der Nachspielzeit sicher und erzielte bereit seinen zweiten Turniertreffer. Schon im ersten Gruppenspiel gegen die Türkei (1:3) war der Mittelfeldmann vom FC Metz erfolgreich gewesen. Bereits gegen die Türken hatten die Georgier mit ihrem Spektakel-Fußball zu überzeugen gewusst, auch den favorisierten Tschechen bereiteten sie trotz deutlich sichtbarer körperlicher Unterlegenheit nun große Probleme. Sehr zur Freude von tausenden Landsleuten auf den Tribünen, die phasenweise für Heimspielatmosphäre sorgten.

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12:2 stand es zur Halbzeit nach Torschüssen für Tschechien, auch nach dem Seitenwechsel drängten sie weiter auf den ersten Treffer. Schick stand nach einem Eckball goldrichtig und drückte den Ball frei stehend aus kurzer Distanz nur noch über die Linie. Keine zehn Minuten später musste Schick das Feld verlassen und wurde an der rechten Wade behandelt. Ohne ihren besten Mann und mit einem komplett veränderten Sturm wurde es mit dem zweiten Tor schwierig.

Und dann das: Die Nachspielzeit war fast zu Ende, keine Minute mehr zu spielen, da hatte Georgien die Riesenchance auf den Sieg. Lobzhanidze hätte sich für Georgien nach einem Drei-gegen-Eins-Konter unsterblich machen können, schoss jedoch freistehend von rechts aus zehn Metern über das Tor – und wurde anschließend von seinen Mitspielern getröstet.

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