Tuesday, July 23, 2024

Studie zu Mediennutzung: „Die Menschen vermissen Journalismus nicht“

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Der sich informierende Mensch macht sich Sorgen, in sozialen Netzwerken mit Falschinformationen hinter die Fichte geführt zu werden. So viel ist aus diversen Studien bekannt. Doch es gibt Abstufungen, je nach Plattform, aber auch je nach Land. Eine große Studie mit Befragungen von Menschen zu ihrer Mediennutzung in knapp 50 Ländern, der Reuters Digital News Report, hat die generelle Furcht vor Fakes in differenzierte Zahlen übersetzt.

Jedes soziale Netzwerk hat bereits ein Image, eine eigene Positionierung – und die verursacht auch Rückkopplungen mit dem Vertrauen in die dort verbreiteten Informationen. Ganz vorn auf der Unsicherheitsskala rangiert laut Studie bei Nutzern auf der ganzen Welt TikTok. 27 Prozent der Befragten sagen, sie hätten Probleme, die dort verbreiteten Nachrichten als vertrauenswürdig oder nicht einzustufen. Und 44 Prozent sagen, dass sie mit dieser Unterscheidung keine Probleme hätten.

Dahinter folgen X (24 bzw. 41 %), Facebook (21 bzw. 51 %) und Instagram (20 bzw. 49 %). Am Ende der befragten Skala mit dem höchsten Vertrauenswert ist die Google-Suche. Nur 13 Prozent der Befragten tun sich mit einer Bewertung der Wahrheitstreue einer von Google gelieferten Information schwer, 60 Prozent geben an, damit kein Problem zu haben.

Quelle: Infografik WELT

Naturgemäß gibt es Unterschiede nach Ländern. Besonders auffällig ist der Ländervergleich zwischen Deutschland und den USA. Und hier insbesondere in Bezug auf TikTok und X. In Deutschland sagen 41 Prozent der Nutzer, sie hätten Schwierigkeiten bei TikTok, wahr von falsch zu unterscheiden, nur 28 Prozent sind da ohne Sorgen. In den USA sehen dagegen 29 Prozent Schwierigkeiten, 46 Prozent sind dagegen selbstsicher. Ähnlich sieht es bei X aus – deutlich mehr amerikanische Nutzer haben nach eigener Einschätzung keine Probleme, Fake News zu identifizieren. Eine Mentalitätsanalyse der Mediennutzung nach Nationalität wäre aufschlussreich.

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Ein interessanter Aspekt bei amerikanischen Nutzern in diesem Zusammenhang: Menschen, die sich eher auf dem politischen Spektrum links der Mitte verorten, sind laut der Studie eher skeptisch gegenüber Inhalten, die sie auf TikTok und X zu sehen bekommen. Diese Skepsis ist bei Menschen, die sich rechts der politischen Mitte sehen, weniger ausgeprägt. Entsprechend bewerten diese Maßnahmen zur Kontrolle und Regulierung von Plattformen auch eher kritisch – im Sinne freier Meinungsäußerung. In Deutschland sieht dies mutmaßlich ähnlich aus.

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Gleichzeitig entfernen sich manche Netzwerke, allen voran Facebook/Meta, immer mehr von der Verbreitung von Nachrichten. Aus verschiedenen Gründen haben diese Inhalte keine Priorität mehr. Influencer, heute Creator genannt, bestimmen die Postings, die Nutzer hauptsächlich zu sehen bekommen, oft mit Videos. Nachrichten stehen hier nicht im Vordergrund. Der Reuters Report diagnostiziert eine „Technologie-Verschiebung“ bei den sozialen Netzwerken – nicht zuletzt künstliche Intelligenz sorgt für eine massive Veränderung der Strategien.

Was das für den Journalismus bedeutet, ist noch nicht klar abzusehen. Die Gegenwart kommentiert die dänische Journalistin Lea Korsgaard, die im Report zitiert wird, derweil folgendermaßen: „Die Menschen vermissen Journalismus nicht. Aber der Journalismus vermisst Menschen.“

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