Tuesday, July 23, 2024

CO2-Minderung: Klimabetrug bremst Umstellung auf Elektrobusse

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Der Skandal um vorgetäuschte Klimaschutzprojekte in China droht zu einer Belastung der kommunalen Verkehrswende in Deutschland zu werden. Durch den Verfall der Preise im Treibhausgas-Quotenhandel gehe den Verkehrsunternehmen eine wichtige Erlösquelle verloren, warnte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Das erschwere die Umstellung städtischer Busflotten auf Elektroantrieb, sagte ein VDV-Sprecher WELT AM SONNTAG: „Da nun die Einnahmen nicht kommen und der Bund seine Förderung eingestellt hat, bleiben die Verkehrsunternehmen doppelt auf den Kosten sitzen.“

Im Mai war bekannt geworden, dass zahlreiche Klimaschutzprojekte in der chinesischen Gas- und Ölproduktion lediglich vorgetäuscht waren. Mineralölkonzerne hatten daraus gutgläubig CO₂-Minderungszertifikate erworben und zur Erfüllung ihrer Treibhausgas-Minderungsquote in Deutschland anrechnen lassen. Der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, sprach von einem möglichen „Betrugsgeflecht“.

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Mutmaßlicher Betrug

Durch die Anrechenbarkeit der sogenannten Upstream Emission Reductions (UER) aus China sank die Nachfrage der Mineralölindustrie nach anderen Erfüllungsoptionen ihrer THG-Quote. Dazu zählt die Anrechnung von Elektrobussen. Sie habe in der Vergangenheit pro Bus und Jahr bis zu 13.000 Euro gebracht, heißt es beim VDV. Mit den sinkenden Erlösen für die Quoten könnten die Verkehrsunternehmen nun nur einen Bruchteil der eingeplanten Erlöse erwirtschaften. „Das schlägt sich natürlich auf die finanzielle Lage der Unternehmen nieder.“

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Die Städtischen Werke Nürnberg (STWN) teilten mit, im vergangenen Jahr für 65 Elektrobusse THG-Prämien bekommen zu haben. „Die erzielte Prämie je Kilowattstunde war in 2023 um 30 Prozent niedriger als in 2022“, erklärte eine Sprecherin. „Die erzielte Gesamtprämie ist ein nicht unbedeutender Wert, der die Gesamtkosten des Ladestroms nennenswert reduziert.“ Insgesamt gehe die Quote zurück, was bedauerlich sei, „weil die Einnahmen unserem Busbetrieb und damit der Allgemeinheit zugutekommen.“

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