Monday, July 15, 2024

Wie Joe Biden sein Familiendrama für sich nutzen will

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Der Prozess im kargen Gerichtsgebäude von Wilmington (Delaware) hatte alle Zutaten für ein Blockbuster-Spektakel: Lügen, Sex, Liebe, Drogen, Tränen. Vor allem aber spielte sich dieses amerikanische Drama im Zentrum der Weltmacht ab, im innersten Zirkel der „First Family“. Denn der wegen Verstößen gegen das Waffengesetz Verurteilte heißt Hunter Biden, der einzige überlebende Sohn des US-Präsidenten.

Dass der 54-Jährige in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde, ist in mehrfacher Hinsicht eine Sensation. Noch nie in der US-Geschichte wurde das Kind eines amtierenden Präsidenten wegen eines Verbrechens verurteilt. Hunter Biden hatte 2018 illegal einen Revolver gekauft, weil er seinerzeit Crack-abhängig war und das beim Kauf der Waffe verschwiegen hatte. Ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft, das Strafmaß wird in den kommenden Wochen verkündet.

Der Fall heizte die politische Spannung in den USA zusätzlich auf, weil Donald Trump und seine Republikaner den Biden-Clan seit Jahren der Korruption beschuldigen. Nun bekommen sie endlich eine erste Verurteilung. Aber nach den Umfragen und Reaktionen zu urteilen, geht der erhoffte Schuss auf den Amtsträger nach hinten los. Auf die Entscheidung der großen Wählermehrheit auf beiden Seiten hat die Verurteilung von Biden Junior keinen Einfluss.

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Das Wahlkampfteam des Vaters nahm den Ball trotzdem auf, den ihm die zwölfköpfige Jury in Wilmington zugespielt hatte. Joe Biden liegt im Wettrennen mit Trump um die Präsidentschaft in den entscheidenden Staaten zurück. Bis dato hatte Biden keine öffentlichen Kommentare zum Prozess gegen seinen Sohn gemacht. Das änderte sich nach dem Urteil.

„Ich bin der Präsident, aber ich bin auch ein Vater. Jill (Bidens Frau und Hunters Stiefmutter, d. Red.) und ich lieben unseren Sohn, und wir sind so stolz auf den Mann, der er heute ist. Wir werden immer für ihn da sein. Nichts kann daran etwas ändern“, so das emotionale Statement. „Hunters Widerstandskraft angesichts der vielen Widrigkeiten und die Stärke, die er im Entzug gezeigt hat, sind eine Inspiration für uns.“

Aussagen, in denen sich Millionen amerikanische Wähler wiederfinden, die in ihren Familien leidvolle Erfahrung mit drogenabhängigen Angehörigen machen oder gemacht haben. Von den 65 Bürgern, die in Wilmington als Geschworene zur Auswahl standen, zählten zwei Dutzend Drogenabhängige zu ihren Freunden oder Familienmitgliedern. Statistisch haben 17 Prozent der US-Bürger ein Suchtproblem.

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Die öffentliche Faszination für das Verfahren ging indessen nicht nur vom „gefallenen“ Präsidentensohn aus, sondern vor allem von den weiblichen Protagonistinnen, die vor Gericht als Zeugen aussagen mussten. Hunter Bidens Tochter, seine Ex-Frau und zwei Ex-Geliebte – eine von beiden obendrein die Witwe des eigenen Bruders Beau Biden, der 2015 an einem Gehirntumor starb.

Hallie Biden begann nach dem Tod ihres Mannes eine Beziehung mit dem Schwager, der sie zum Crack-Rauchen verführte. Sie bedaure und schäme sich „für diese Zeit in meinem Leben“, sagte sie vor Gericht aus. Hallie Biden war es auch, die im Oktober 2018 im Auto ihres damaligen Partners den Revolver fand, diesen „in Panik“ an einem Supermarkt in eine Mülltonne warf.

US-Präsident will Sohn nicht begnadigen

Hunter Bidens Tochter Naomi sagte ebenfalls zur Drogenabhängigkeit ihres Vaters aus. Unter Tränen berichtete sie, wie Hunter zwischenzeitlich seine Drogensucht zu überwinden schien, dann aber immer wieder rückfällig wurde. Als er einmal um zwei Uhr morgens ihr Auto haben wollte, schickte sie ihm eine verzweifelte SMS. „Papa, es tut mir leid, aber ich kann das nicht mehr aushalten.“

Beim Verlassen des Gerichtssaals umarmte sie den Vater. Als Hunter nach seiner Verurteilung das Gebäude verließ, hielten ihn zwei Frauen an der Hand: seine zweite Ehefrau Melissa Cohen und seine Stiefmutter Jill Biden, die an mehreren Tagen im Gerichtssaal war und die D-Day-Feierlichkeiten in Frankreich vorzeitig verließ, um bei der Urteilsverkündung anwesend zu sein. Ihr Ehemann hat bereits ausgeschlossen, die Macht seines Amts zu nutzen und den eigenen Sohn zu begnadigen. Donnerstagabend sagte Joe Biden erneut am Rande des G7-Gipfels in Italien: „Ich halte mich an die Entscheidung der Jury“.

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