Saturday, June 22, 2024

Torwart-Debatte: Kahn zeigt Verständnis für enttäuschten ter Stegen

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Der frühere Weltmeister und Bundestorwarttrainer Sepp Maier hat sich vehement für Manuel Neuer als deutsche Nummer eins bei der am Freitag beginnenden Fußball-EM ausgesprochen. Trotz der jüngsten Patzer des 38-Jährigen sagte Maier in einem Interview des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass die aktuelle Torwart-Diskussion für ihn „zur absoluten Unzeit“ komme: „Manuel ist die Nummer eins, er gehört ins Tor. Man darf seine Klasse nicht plötzlich infrage stellen.“

Neuer zeigte unter anderem Schwächen beim 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft beim letzten EM-Test gegen Griechenland und auch im Champions-League-Halbfinale seines Clubs FC Bayern München gegen Real Madrid.

Euro 2024: Training Deutschland

Manuel Neuer während des öffentlichen Trainings im Adi-Dassler-Stadion
Quelle: dpa/Federico Gambarini

Dennoch sagte Maier: „Fehler wurden und werden immer gemacht – was nach einer so langwierigen Verletzungspause auch ganz normal ist. Er hat so viel Qualität und Erfahrung. Man kann doch einen Torhüter wie Manuel, der beinahe zwei Jahrzehnte Weltklasse gehalten hat, jetzt nicht verteufeln.“

Neuer wirkt aktuell noch stabil

Ein anderer ehemaliger Nationaltorhüter sieht die Debatte etwas differenzierter. Zwar sagte der langjährige Maier-Schützling Oliver Kahn zu „Bild“: „Manuel kann mit seiner riesigen Erfahrung und seinem Status ein wichtiger Faktor für die Mannschaft sein. Ich traue ihm das jederzeit zu.“

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Der frühere Bayern-Torwart äußerte jedoch vor allem Verständnis für die Enttäuschung des Neuer-Stellvertreters Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona.

Oliver Kahn (l) und Sepp Maier

Oliver Kahn (l.), ehemaliger Fußball-Nationaltorhüter, umarmt Torwart-Legende Sepp Maier
Quelle: dpa/Andreas Gebert

„Für ter Stegen ist die aktuelle Situation natürlich unbefriedigend. Mit 32 läuft ihm langsam die Zeit davon, ein großes Turnier zu spielen“, sagte Kahn. „Seine Ansprüche sind nicht unberechtigt. Er bringt konstante Leistungen, und weder waren die letzten Turniere der Nationalmannschaft erfolgreich, noch wirkt Manuel aktuell stabil. Zudem dürfte er durch die frühe, eindeutige Festlegung auf Manuel wenig Vertrauen spüren. All das macht seine Reaktion verständlich.“

Effenberg-Kritik an Neuer: „Das soll er lieber sein lassen“

Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg kritisierte Neuer für seine Fehler der letzten Spiele und nimmt den Routinier für den EM-Auftakt in die Pflicht: „Was wir brauchen, sind klare Aktionen. Einfachheit“, forderte Effenberg in einem Interview des Internetportals „t-online“ (Dienstag).

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„Dieser eine Chipball kurz vor Schluss fast im Mittelkreis, den er da spielt und der fast zum Siegtor für die Ukraine führt. Das soll er mal lieber sein lassen und besser den Ball klar und sauber klären. Durch so ein Ding kann alles dahingehen“, sagte Effenberg und ergänzte: „Damit hört er auf, hoffe ich.“

Trotz der ungewohnten Schwächen glaubt der 55-Jährige daran, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann an Neuer als Nummer 1 für die Heim-EM festhält. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nochmal umkippt. Neuer wird gesetzt sein. Eine Mannschaft verändert sich im Verlauf eines Turniers, aber im Tor? Das glaube ich nicht“, sagte Effenberg und fügte hinzu: „Im laufenden Turnier bleibst Du in der Torwartfrage eigentlich konsequent. Er wird das durchziehen.“

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