Wednesday, June 19, 2024

Klaus Töpfer: Der Minister, der in den Rhein sprang. Früherer Bundesumweltminister ist tot

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Der frühere Bundesumweltminister und CDU-Politiker Klaus Töpfer ist tot. Er starb am Samstag nach kurzer, schwerer Krankheit, wie eine Sprecherin der Bundes-CDU am Dienstag in Berlin bestätigte. Töpfer wurde 85 Jahre alt. Zuvor hatten die „Neue Westfälische“ und das „Westfalen-Blatt“ berichtet.

Er war Deutschlands zweiter Umweltminister – aber der Erste, der das Amt nachhaltig prägte. Über Jahrzehnte galt Klaus Töpfer als das „grüne Gewissen“ der Christdemokraten, bis ins hohe Alter wurde er nicht müde, eine nachhaltige Politik anzumahnen.

Töpfer 2019 im Interview mit WELT

Töpfer 2019 im Interview mit WELT
Quelle: Meike Kenn/WELT

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte Töpfer als Visionär. „Mit Klaus Töpfer ist einer der größten Umweltpolitiker unserer Zeit von uns gegangen“, sagte Wüst am Dienstag. „Er hat vieles von dem, was wir heute diskutieren, schon vor Jahrzehnten vorausgesehen“. Dabei habe er stets für gemeinsame, ganzheitliche und gesellschaftsorientierte Lösungen geworben. „Mit seiner außerordentlichen Beharrlichkeit und Geduld war Klaus Töpfer ein Kämpfer für die Bewahrung der Schöpfung und bis zuletzt ein weltweit gehörter und international geachteter Mahner.“

Bekannt wurde Töpfer unter anderem durch einen beherzten Sprung von einem Polizeiboot in den Rhein im Jahr 1988 – Grund war eine verlorene Wette, wie er immer wieder erzählte. Er wollte damit den Erfolg von Gewässerschutzmaßnahmen nach einem Großbrand bei einem Chemiekonzern zeigen. Damals war mit Chemikalien verseuchtes Löschwasser in den Rhein gelangt.

Kopfsprung des Ministers

Kopfsprung des Ministers
Quelle: picture alliance/dpa/Roland Witschel

Töpfer schwamm 1988 durch den Rhein

Töpfer schwamm 1988 durch den Rhein
Quelle: dpa/Roland Witschel

Töpfer war von 1987 bis 1994 unter dem damaligen CDU-Kanzler Helmut Kohl Umweltminister. Die spätere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) löste ihn 1994 im Amt ab.

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Die Atomkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 hatte die Kohl-Regierung bewogen, Umweltthemen und auch den Bereich Reaktorsicherheit in einem eigenen Ministerium zu bündeln. Schon 1988 forderte Töpfer eine Zukunft ohne Kernenergie, aber auch mit immer weniger fossilen Energien.

Töpfer wird 1987 als neuer Umweltminister vereidigt

Töpfer wird 1987 als neuer Umweltminister vereidigt
Quelle: dpa/Peter Popp

Töpfer wurde 1938 in Schlesien geboren und kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Höxter in Westfalen. Den Weg in die Politik schlug Töpfer in den 1970er-Jahren im Saarland ein, wo er einen Posten in der Staatskanzlei übernahm. Später wurde er in Rheinland-Pfalz erst Staatssekretär und dann Landesminister für Umwelt und Gesundheit, bevor er dann in die Bundespolitik wechselte. Zweimal kandidierte Töpfer später erfolglos als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im Saarland.

Das letzte Interview von WELT mit Klaus Töpfer:
"Es gibt immer noch Menschen, die leugnen, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Das beunruhigt mich sehr": Klaus Töpfer

Klaus Töpfer

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bundesumweltministers blieben Umweltschutz und Nachhaltigkeit seine Themen. 1996 vertrat Töpfer Deutschland bei der UN-Habitat-Konferenz in Istanbul. Dort ging es um die Lebensqualität in den Städten und damit auch um die Themen Armut und Umwelt. Von 1998 bis 2006 war Töpfer Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Zuletzt lebte er mit seiner Frau in Höxter in Nordrhein-Westfalen.

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