Tuesday, June 25, 2024

Noa Argamani: Ihr Schicksal erschütterte die Welt. Nun ist sie wieder zuhause

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„Ich bin so glücklich, dass ich hier bin“, sagte eine lächelnde Noa Argamani nach ihrer Befreiung in einem ersten Telefongespräch mit dem israelischen Präsidenten Jitzchak Herzog. „Danke für alles. Danke für diesen Moment.“

Es war für ganz Israel ein bewegender Moment, als die Armee (IDF) am Samstag die Befreiung von vier in Gaza festgehaltenen Geiseln verkündete. Kaum ein Fall hat das Land in den vergangenen Monaten mehr bewegt als der von Noa Argamani. Die 25-Jährige war vom Nova-Musikfestival entführt und auf einem Motorrad nach Gaza verschleppt worden.

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Screenshot Twitter

Entführte Israelis

Noas Mutter, die aus China stammende Liora Argamani, leidet an einem Gehirntumor und hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach flehentlich an die palästinensischen Entführer gewandt, ihre Tochter freizulassen, damit sie sie vor ihrem Tod noch einmal sehen kann. Doch alle Appelle an die Terroristen sowie an die Regierungen der USA und China, sich für Noas Freilassung einzusetzen, fruchteten nicht.

Nun ist es gelungen, die junge Frau und drei weitere Geiseln zu befreien – mit einer Kommandoaktion, die der Pressesprecher des israelischen Militärs, Daniel Hagari, als „hochriskant“ und „komplex“ bezeichnete. Neben Argamani wurden auch Almog Meir Jan (21), Andrey Kozlov (27) und der 40-jährige Schlomi Ziv befreit. Alle vier waren vom Musikfestival entführt worden.

Israelische Spezialkräfte haben vier Hamas-Geiseln im Gaza-Streifen befreit: Schlomi Ziv (v.l.), Andrey Kozlov, Almog Meir Jan und Noa Argamani

Israelische Spezialkräfte haben vier Hamas-Geiseln im Gaza-Streifen befreit: Schlomi Ziv (v.l.), Andrey Kozlov, Almog Meir Jan und Noa Argamani, hier zu sehen auf einem Vermisstenplakat
Quelle: Ruaridh Stewart/Bring Them Home Now/ZUMA Press Wire/picture alliance

Almog Meir Jan mit seiner Mutter Orit

Almog Meir Jan mit seiner Mutter Orit
Quelle: via REUTERS

Laut Verteidigungsminister Joaw Gallant handelte es sich um eine gemeinsame Operation des IDF, des Inlandsgeheimdienstes Schin Beth und von Sondereinsatzkräften. Angaben der Polizei zufolge wurde ein Mitglied der Anti-Terroreinheit Yamam bei der Aktion getötet.

Die Einsatzkräfte seien sowohl beim Weg zu und in die Gebäude hinein, in denen die Geiseln festgehalten worden waren, „unter Feuer“ gekommen, sagte Hagari, genauso wie beim Rückzug nach der Befreiung. „Während der Operation haben wir Ziele in der Region von Land, aus der Luft und von der See aus angegriffen, die eine Gefahr für unsere Kräfte darstellten, um uns zu ermöglichen, die Geiseln zu befreien.“

Hamas spricht von 50 Todesopfern

Tatsächlich waren zuvor heftige Luftschläge aus der Region um Nuseirat in Zentral-Gaza gemeldet worden, wo die Geiseln laut der israelischen Armee an zwei verschiedenen Orten festgehalten worden waren. Die Hamas habe sie bewusst inmitten der palästinensischen Zivilbevölkerung festgehalten, so Hagari. Der Terrororganisation zufolge sollen bei der Befreiungsaktion 50 Menschen umgekommen sein.

Families of hostages walk towards a hospital to meet with alleged released hostages, in Ramat Gan

Andrey Kozlov nach seiner Befreiung
Quelle: REUTERS

Kritiker und Datenexperte halten die von der Hamas berichteten Opferzahlen jedoch regelmäßig für unzuverlässig. Auch UN-Organisationen, die diese in der Vergangenheit übernommen hatten, haben ihre Schätzungen inzwischen drastisch nach unten korrigiert.

Inzwischen wurden Videoaufnahmen veröffentlicht, die Noas Wiedersehen mit ihrem Vater Yaakov auf der Fahrt nach Tel Hashomer zeigen, einem Stadtteil von Ramat Gan, in dem das Sheba-Krankenhaus liegt, wo der Gesundheitszustand der Geiseln überprüft wird. Noa kam genau am Geburtstag ihres Vaters frei.

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Unklar ist, wie weit die Krankheit ihrer Mutter inzwischen fortgeschritten ist, die bei ihren letzten öffentlichen Auftritten sehr gebrechlich wirkte. Auf den Bildern, die Noas Zusammentreffens mit Familienmitgliedern im Krankenhaus zeigen, war sie nicht zu sehen.

Die waghalsige Befreiungsaktion, die in Israel große Freude auslöste, dürfte ein wenig Druck von Premier Benjamin Netanjahu nehmen. Er war von den Angehörigen der Geiseln in den vergangenen Wochen immer wieder scharf kritisiert worden, weil er ihrer Meinung nach nicht genug getan habe, um sie auf politischem Weg freizubekommen.

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Hamas-Massaker

Jetzt hingegen lobte die Angehörigen-Organisation die „heroische Operation“ in Gaza. Doch erklärte auch: „Nun, mit der enormen Freude überall in Israel muss die israelische Regierung sich aber an ihre Verpflichtung erinnern, alle 120 Geiseln, die noch von Hamas festgehalten werden, zurückzubringen – die lebenden, um ihnen Rehabilitierungsmaßnahmen zukommen zu lassen, und die getöteten, um sie zu beerdigen.“ In den vergangenen Wochen hatte die Armee mehrfach Hamas-Verstecke entdeckt, aus denen die Leichname getöteter Geiseln geborgen wurden.

Die ganz große Krise für Regierungschef Netanjahu scheint jedenfalls zunächst abgewendet zu sein. Oppositionsführer Benny Gantz, der nach dem Massaker vom 7. Oktober in das Kriegskabinett eingestiegen war, sagte eine ursprünglich für Samstagabend angekündigte Pressekonferenz nach der Geiselbefreiung wieder ab.

Es war erwartet worden, dass Gantz seinen Rückzug aus dem Kriegskabinett erklären würde, weil Netanjahu weiterhin keinen Plan für die Zukunft Gazas vorgelegt hatte. Dieses Vorhaben hat der Oppositionsführer aber offenbar wegen der Geiselbefreiung erst einmal verschoben.

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