Wednesday, June 19, 2024

Israel: Armee befreit vier Hamas-Geiseln – „Sie leben. Es geht ihnen gut“

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Israelische Soldaten haben am Samstag vier Geiseln aus dem Gaza-Streifen gerettet. Die aus Israel Entführten seien bei zwei Einsätzen im Flüchtlingsviertel Nuseirat befreit worden. „Sie leben. Es geht ihnen gut“, sagte Militärsprecher Daniel Hagari vor Journalisten.

Bei den Befreiten handelt es sich nach Militärangaben um drei Männer und eine Frau: Noa Argamani (25), Almog Meir Jan (21), Andrey Kozlov (27) und Shlomi Ziv (40). Die vier Israelis waren demnach beim Großangriff der Hamas am 7. Oktober verschleppt worden, als sie ein Musikfestival im Süden Israels besuchten.

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Die vier Geiseln wurde der Armee zufolge in mehrstöckigen zivilen Wohngebäuden im Zentrum des Küstengebiets festgehalten. Die drei befreiten Männer seien in einer Wohnung, eine junge Frau rund 200 Meter entfernt in einer weiteren gewesen, teilte Militärsprecher Hagari mit. Sie seien in verschlossenen Räumen festgehalten und von etlichen Menschen bewacht worden.

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Noa Argamani

Die Befreiungsaktionen in beiden Gebäuden – die Hagari als „hochriskant“ und „komplex“ bezeichnete – seien am Vormittag zeitgleich erfolgt, um eine Vorwarnung vor einem Armeeeinsatz und damit die Tötung der Geiseln im jeweils anderen Gebäude zu verhindern. In der Wohnung, in der sich die Frau befand, seien die Wächter vollkommen überrascht gewesen. In der anderen Wohnung sei es zu einem heftigen Feuergefecht gekommen, in dessen Zuge ein hochrangiger Polizeibeamter schwer verletzt worden und später im Krankenhaus ums Leben gekommen sei.

Hunderte Einsatzkräfte seien zugleich in der Umgebung stationiert gewesen, um den Spezialeinheiten Deckung zu geben. Die Geiseln seien, geschützt von den Einsatzkräften, heraus und zunächst in Autos gebracht worden. „Wir geben ihnen menschliche Schutzschilde, damit sie nicht ins Kreuzfeuer geraten“, so Hagari. Schließlich seien die vier per Helikopter nach Israel in eine Klinik geflogen worden.

Israelische Medien zitierten einen Angehörigen der befreiten Frau mit den Worten, das Militär habe am Samstagvormittag an die Tür geklopft und gerufen, dass sie gekommen seien, um sie zu retten.

Scholz: „Zeichen der Hoffnung“

Die befreiten Geiseln wurden im Krankenhaus mit ihren Familien wieder vereint. Medien zeigten bereits das glückliche Wiedersehen von Noa Argamani mit ihren Angehörigen. Das Forum der Geiselfamilien nannte die Befreiung einen „wundersamen Triumph“, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach von einem „Zeichen der Hoffnung“. Auch US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron begrüßten die Befreiung.

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USA und Israel

Es handelt sich um die größte derartige Rettungsoperation für Geiseln seit Ausbruch des Gaza-Kriegs. Die Zahl der seither durch das Militär geretteten Geiseln stieg damit auf sieben. Die Armee hatte zuvor mitgeteilt, in der Gegend Infrastruktur von Terroristen anzugreifen.

Almog Meir Ja

Almog Meir Jan auf dem Weg ins Krankenhaus.
Quelle: REUTERS

Families of hostages walk towards a hospital to meet with alleged released hostages, in Ramat Gan

Auch Andrey Kozlov wurde befreit
Quelle: REUTERS

ISRAEL-PALESTINIANS/HOSTAGES

Noa Argamani konnte mit ihrer Familie telefonieren
Quelle: via REUTERS

Palästinenser meldeten am Samstag Dutzende Tote bei Angriffen der Armee auf das Flüchtlingslager Nuseirat sowie die Stadt Deir al-Balah im Zentrum des Gaza-Streifens. Ob diese Angaben im Zusammenhang mit der Befreiung der Geiseln stand, war unklar. Eine Behörde der islamistischen Hamas sprach von 210 toten und 400 verletzten Palästinensern. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Israels Armeesprecher Daniel Hagari wiederum sprach von weniger als 100 Todesopfern im Zusammenhang mit der Befreiung der Geiseln. „Ich weiß nicht, wie viele davon Terroristen sind“, sagte er. Extremisten hätten Zivilisten als Schutzschilde missbraucht, sagte Hagari. Palästinenser seien mit Panzerfäusten auf die Straßen gelaufen, um die Soldaten anzugreifen. Die israelischen Einsatzkräfte feuerten Hagari zufolge aus der Nähe und aus der Luft zurück.

Argamani schrie vom Motorrad um Hilfe

Das Schicksal der befreiten Argamani, die von Terroristen auf einem Motorrad entführt wurde und dabei verzweifelt weinend um Hilfe rief, hatte Israel zutiefst bewegt. Ihre Mutter leidet an Krebs im Endstadium. Die Frau hatte immer wieder darum gebeten, ihre Tochter vor ihrem Tod noch einmal sehen zu dürfen. Der Wunsch wurde wahr: Israelische Medien berichteten am Samstagabend, Noa Argamani sei wieder mit ihrer Mutter vereint, die in einer Klinik behandelt werde.

„Es gibt keine Armee wie diese auf der Welt“, sagte der dankbare Vater der jungen Frau in einem Video, das israelischen Medien veröffentlichten. Der Clip zeigt, wie er seine Tochter und einen Soldaten umarmt. Die 25-Jährige wischt sich dabei Tränen aus dem Gesicht. In einer anderen Aufnahme singen Angehörige ihrem Vater ein Ständchen – sein Geburtstag fiel auf den Tag der Befreiung seiner Tochter. Auch für ihn wurde damit wohl sein größer Wunsch wahr.

Laut einem israelischen Medienbericht wohnte die junge Frau zuletzt bei einer palästinensischen Familie, mit der sie auf Arabisch kommunizierte. Sie habe Essen bekommen, wenn sie darum gebeten habe. Die Israelin habe wenig Tageslicht gesehen. Eine Zeit lang habe sie während ihrer Gefangenschaft auch mit zwei inzwischen für tot erklärten Geiseln zusammen gelebt, meldete der Sender Channel 13.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, die Befreiungsaktion zeige, „dass Israel nicht vor dem Terrorismus kapituliert“ und weiter mit „Kreativität und Mut“ handeln werde, um die Geiseln nach Hause zu bringen. In den sozialen Netzwerken kursieren Videos, wie Gruppen von Menschen auf den Straßen feiern oder Strandbesucher jubelten, als der Badeaufsicht die Nachricht von der Rückkehr der Geiseln durch die Lautsprecher verkündete.

„Noa, Almog, Andrey und Schlomi: Wir sind sehr überglücklich, euch zu Hause willkommen zu heißen“, erklärte Israels Verteidigungsminister Joav Galant im Onlinedienst X. Er bezeichnete die Befreiungsaktion der Armee als „heroisch“. Auch das Forum der Geiselfamilien reagierte erleichtert und rief die israelische Regierung auf, sich für die Freilassung der verbliebenen Geiseln einzusetzen.

Noa Argamani, ihr Vater und ein israelischer Soldat

Noa Argamani, ihr Vater und ein israelischer Soldat
Quelle: via REUTERS

kombo geiseln

Israelische Spezialkräfte haben vier Hamas-Geiseln im Gazastreifen befreit: Shlomi Ziv (v.l.), Andrey Kozlov, Almog Meir Jan und Noa Argamani
Quelle: Ruaridh Stewart/Bring Them Home Now/ZUMA Press Wire/picture alliance

Die Hamas hatte bei ihrem Terrorangriff auf den Süden Israels rund 250 Geiseln verschleppt. Etwa die Hälfte von ihnen war während einer einwöchigen Feuerpause im November freigekommen. Nach Angaben Israels befinden sich acht Monate nach Beginn des Kriegs immer noch etwa 116 der verschleppten Menschen im Gazastreifen, wobei 40 von ihnen offiziell bereits für tot erklärt wurden.

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