Sunday, June 16, 2024

Nationalmannschaft: Ticker – Patzer von Neuer, Griechenland führt gegen Deutschland

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So wird das nichts mit einem neuen Fußball-Sommermärchen. Auch wenn der eingewechselte Pascal Groß kurz vor Schluss noch zu einem 2:1 (0:1)-Sieg im letzten EM-Test gegen Griechenland traf, lieferte die deutsche Nationalmannschaft eine Woche vor dem Eröffnungsspiel gegen Schottland eine Generalprobe ab, die mehr Zweifel als Zuversicht für das Heimturnier weckt. Bundestrainer Julian Nagelsmann wird nach zwei Tagen Freizeit für seinen 26-Mann-Kader viel bewegen müssen, damit die Fans auch am kommenden Freitag in München jubeln können.

„Wir wussten, dass wir vielleicht noch nicht so gut sind, wie wir gemacht wurden“, sagte Mittelfeldspieler Toni Kroos bei RTL: „Wir waren einfach zu fehlerhaft.“

Kai Havertz hatte mit seinem Treffer in der 56. Minute nach einem laschen und fehlerhaften Auftritt der deutschen Wunschelf in der ersten Hälfte für eine erste Korrektur gesorgt. Der eingewechselte Benjamin Henrichs hatte vor dem Kracher von Groß per Lattenschuss das 2:1 verpasst (83.). Positiv war wenigstens die Willensstärke der deutschen Mannschaft.

Deutschland - Griechenland

Pascal Groß (r.) erzielt das Tor zum 2:1
Quelle: dpa/Federico Gambarini

Die Griechen zeigten im Borussia-Park viel Herz und führten verdient durch Giorgos Masouras (34.). Der Angreifer nutzte einen groben Torwartfehler von Manuel Neuer, der sich wieder nicht als verlässliche Nummer eins zeigte. Dem Bundestrainer steht durch diese Personalie eine unangenehme Debatte ins Haus. „Ich lasse keine Diskussion aufkommen, auch wenn es jeder probiert“, sagte Nagelsmann bei RTL. „Es ist immer das Kreuz des Torhüters: Wenn ein Fehler passiert, führt der meistens auch gleich zum Tor.“

Neuer selbst gab sich selbstkritisch: „Zu so einem Tor gehören immer mehrere dazu. Aber ich schaue auf mich, und ich hätte den Ball besser wegbringen müssen“, sagte der 38-Jährige.

Auch die Champions-League-Gewinner Toni Kroos und Antonio Rüdiger konnten die Mentalität von Real Madrid nicht auf die Nationalelf übertragen. Der ernüchternde Auftritt in der ersten Halbzeit muss Nagelsmann zu denken geben. Denn der Bundestrainer ließ vor 45.488 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park genau jene Stammformation auflaufen, die auch bei der EM spielen soll. Und auf die er sich nach eigenen Angaben auch schon vor mehreren Wochen festgelegt hat.

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Doch solange Nagelsmanns Wunschelf auf dem Platz stand, ließ sie 45 Minuten lang alles vermissen, was sie für ein erfolgreiches Heimturnier brauchen wird: Tempo, Intensität, Ballsicherheit und vor allem jede Form von EM-Spannung. Die Griechen waren noch im März in den EM-Playoffs an dem krassen Außenseiter Georgien gescheitert. Doch am Freitagabend wirkte es zeitweise so, als stünden sie kurz vor dem Beginn eines wichtigen Turniers – und nicht der Europameisterschafts-Gastgeber.

Der Gegentreffer in der 33. Minute stand sinnbildlich für den lange Zeit behäbigen und vor allem im Spielaufbau extrem fehleranfälligen Auftritt des deutschen Teams: Jamal Musiala verlor den Ball nach einem ungenauen Anspiel von Jonathan Tah. Und am Ende der Fehlerkette patzte auch noch Torwart Neuer zum wiederholten Mal in diesem Jahr. Einen harmlosen Schuss von Christos Tzolis ließ der 38-Jährige direkt vor die Füße von Masouras abprallen. Und der auch mit Hertha BSC in Verbindung gebrachte Stürmer schob den Ball aus wenigen Metern nur noch ein.

Dieser schwere Aussetzer von Neuer überstrahlte sogar eine Weltklasse-Aktion, mit der er schon in der sechsten Minute eine noch frühere Führung der Griechen verhindert hatte. Denn da rettete der Bayern-Keeper gleich zweimal aus kurzer Entfernung gegen den für Fortuna Düsseldorf stürmenden Tzolis.

„Eine vernünftige Entscheidung von Julian Nagelsmann“