Sunday, June 16, 2024

Familie: Kinder mit älteren Müttern profitieren – intellektuell und emotional

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Für die meisten Frauen mit Kinderwunsch sind die Prioritäten heute klar gesteckt. Bevor an Familiengründung zu denken ist, wollen sie erst einmal ihre Ausbildung hinter sich bringen und beruflich Fuß fassen. Und der richtige Partner dazu muss schließlich auch erst gefunden werden.

Diese pragmatische Haltung junger Frauen führt dazu, dass sich die Geburt des ersten Kindes immer wieder nach hinten verschiebt: Mütter sind heute bei der Geburt des ersten Kindes sechs Jahre älter als noch eine Generation zuvor. Lag das Alter von Erstgebärenden im Jahr 1990 bei durchschnittlich 24,5 Jahren, stieg es bis 2022 auf 30,8 Jahre an. Dieser Trend zur späten Mutterschaft birgt durchaus gesundheitliche Risiken wie etwa eine erhöhte Gefahr, an Diabetes und Schwangerschaftsvergiftung zu erkranken. Zudem ist die Fruchtbarkeit jenseits des 30. Geburtstags bereits deutlich geringer ist als mit Anfang 20.

Quelle: Infografik WELT

Die Kinder hingegen profitieren häufig davon, eine lebenserfahrenere Mutter zu haben. Das zeigt eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und der Universität Oldenburg. Auf Basis des Nationalen Bildungspanels haben die Forscher den Zusammenhang zwischen später Mutterschaft und kindlicher Entwicklung im Alter von vier bis neun Jahren untersucht – ein Bereich, der in Deutschland auf Basis repräsentativer Daten bislang weitestgehend unerforscht war, wie es in der Studie heißt.

Die Ergebnisse decken sich mit internationalen Erkenntnissen, dass Kinder älterer Mütter sowohl in ihrer kognitiven Entwicklung als auch in ihrem Sozialverhalten im Durchschnitt weiter entwickelt sind als Kinder von Müttern, die bei der ersten Geburt erst Anfang 20 waren.

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Besonders deutliche Unterschiede zeigen sich demnach bei den mathematischen Kompetenzen. Während Kinder von Müttern, die bei der Geburt 30 Jahre und älter waren, durchschnittliche oder leicht höhere Fähigkeiten aufweisen, haben Kinder von jüngeren Frauen mehrheitlich unterdurchschnittliche Testergebnisse. Die besten Mathe-Ergebnisse erzielten Kinder von Akademikerinnen.

Quelle: Infografik WELT

Ein ähnliches Muster ergibt sich auch für das sozial-emotionale Verhalten der Kinder – hier sind die Unterschiede allerdings etwas schwächer ausgeprägt. „Die Befunde zeigen, dass sich Kinder deutlich besser entwickeln, wenn ihre Mutter bei der Geburt kein Twen oder gar Teenager ist“, sagt Studien-Mitautor Mathias Huebener vom BiB.

„Entwicklung hängt wesentlich von der Lernumwelt ab“

Die Erklärung für dieses Phänomen sei allerdings weniger im Lebensalter der Mutter an sich zu suchen, sondern in den damit zusammenhängenden besseren intellektuellen und finanziellen Ressourcen, sagt Soziologin Susanne Schmid von der Universität Oldenburg. „Die Entwicklung von Kindern hängt wesentlich von der Lernumwelt ab, die sie in den ersten Lebensjahren im Elternhaus erfahren.“ Ein Kind frühzeitig und bestmöglich zu fördern, sei eng mit den finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten der Eltern verbunden.

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Demnach geht eine frühe Mutterschaft oft mit niedrigeren elterlichen Bildungsabschlüssen und einem geringeren Einkommen einher. Bekommen Frauen ihr erstes Kind hingegen in einer späteren Lebensphase, können sie davor höhere Bildungsabschlüsse erzielen und mehr Berufserfahrung sammeln. Dies begünstige eine förderliche Lernumwelt des Kindes.

Des Weiteren berücksichtigt die Untersuchung das mütterliche Erziehungsverhalten, das beispielsweise gemeinsame Eltern-Kind-Aktivitäten umfasst, und die Sensibilität der Mutter im Umgang mit ihrem Kind. Auch das mütterliche Wohlbefinden sowie das Gesundheitsverhalten während der Schwangerschaft spielen eine Rolle: Ein höheres allgemeines Wohlbefinden könne die Entwicklung des Kindes begünstigen, heißt es in der Studie.

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Zu einem gezielten Aufschieben der Mutterschaft wollen die Studienautoren aber nicht raten, schon weil Schwangerschaften nach dem 36. Lebensjahr häufiger mit gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind einhergingen. Die Ergebnisse zeigten allerdings, wie wichtig es sei, die Rahmenbedingungen für junge Mütter nachhaltig zu verbessern.

„Eine ressourcenorientierte Unterstützung von jungen Müttern ist hilfreich, um Nachteile in der Entwicklung von Kindern zu vermeiden“, sagt Gundula Zoch von der Universität Oldenburg. „Dazu gehören beispielsweise verlässliche und öffentlich finanzierte Kinderbetreuungsangebote, die eine angemessene Förderung der Kinder sicherstellen. Das kann jüngeren Müttern ermöglichen, eine Ausbildung oder ein Studium erfolgreich abzuschließen und einen guten Jobeinstieg zu garantieren.“

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