Wednesday, June 19, 2024

US-Außenministerium: Angriff Israels auf Schulgebäude zeige, „dass etwas falsch läuft“

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Die USA fordern mit Blick auf den tödlichen Luftangriff der israelischen Streitkräfte auf ein Schulgebäude im Gaza-Streifen vollständige Aufklärung. Selbst wenn Israels Armee versuche, 20 bis 30 Extremisten zu töten, dabei aber Kinder ums Leben kämen, dann „zeigt das, dass etwas falsch läuft“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, am Donnerstag (Ortszeit). „Das sind alles Sachverhalte, die noch überprüft werden müssen, und das ist es, was wir sehen wollen.“

Bei dem israelischen Luftangriff sind weniger Frauen und Kinder getötet wurden als zunächst angenommen, das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Das Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus hatte zunächst mitgeteilt, unter den 33 Todesopfern seien neun Frauen und 14 Kinder. Später korrigierte sich das Spital. Unter den Toten seien tatsächlich drei Frauen, neun Kinder und 21 Männer. Wie es zu der Diskrepanz kam, war zunächst unklar.

Das getroffene Schulgebäude im Flüchtlingsviertel Nuseirat diente nach Angaben des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) als Notunterkunft.

Die Opferzahlen variieren stark: Palästinensischen Behördenangaben zufolge starben mindestens 30 Menschen, die islamistische Hamas sprach von 40 Toten. Laut der israelischen Armee sollen sich während des Angriffs 20 bis 30 Mitglieder der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihads in drei Klassenräumen aufgehalten haben.

Blick auf den Hof der durch Angriffe getroffenen Schulgebäude in Nuseirat im Gaza-Streifen

Blick auf den Hof der durch Angriffe getroffenen Schulgebäude in Nuseirat im Gaza-Streifen
Quelle: AFP/BASHAR TALEB

Ersten Erkenntnissen zufolge seien viele von ihnen bei dem Angriff getötet worden. Nachrichtendienstliche Informationen hätten zuvor darauf hingedeutet, dass in den betroffenen Räumen „keine Frauen oder Kinder“ gewesen seien, sagte Armeesprecher Daniel Hagari.

Die Schule sei in den vergangenen Tagen beobachtet und der Angriff zweimal verschoben worden, um zivile Opfer zu vermeiden, erklärte ein anderer Armeesprecher. Auch diese Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Miller sprach von einer schwierigen Situation. Israel habe das Recht, gegen Extremisten vorzugehen, wenn sie sich dort versteckt hielten. Zugleich hätten diese sich aber in der Nähe von Zivilisten verschanzt und Israel habe die Verpflichtung, Schaden für Zivilisten gering zu halten. Israels Regierung und die Streitkräfte müssten „vollständig transparent sein, was dort passiert ist“.

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Matthew Miller teilte am Donnerstag weiter mit, dass die USA Israel vor „massiven“ Auswirkungen auf das Land gewarnt hätten, sollte die Palästinensische Autonomiebehörde zusammenbrechen.

Washington habe der israelischen Regierung „in einigen sehr direkten Gesprächen klargemacht, dass es nichts gibt, was den strategischen Interessen Israels mehr zuwiderlaufen könnte als der Zusammenbruch der Palästinensischen Autonomiebehörde“, sagte der Sprecher vor Journalisten.

Wenn die Palästinensische Autonomiebehörde zusammenbreche und sich im Westjordanland Instabilität ausbreite, „ist das nicht nur ein Problem für die Palästinenser, sondern auch eine massive Sicherheitsbedrohung für den Staat Israel“.

Matthew Miller, Sprecher des Außenministeriums, bei einer Pressekonferenz in Washington

Matthew Miller, Sprecher des Außenministeriums, bei einer Pressekonferenz in Washington
Quelle: picture alliance/Anadolu/Celal Gunes

Die Palästinensische Autonomiebehörde sei zwar reformbedürftig, räumte Miller ein. Doch die Palästinenserbehörde mit Sitz in Ramallah habe trotz des Krieges im von der rivalisierenden Hamas beherrschten Gaza-Streifen dazu beigetragen, die Stabilität im Westjordanland aufrechtzuerhalten.

Das Emirat Katar teilte zudem mit, dass die radikalislamische Hamas bisher nicht auf einen von US-Präsident Joe Biden vorgestellten israelischen Waffenruhe-Plan im Gaza-Streifen reagiert habe. Die Vermittler hätten von der Hamas noch keine Antwort bezüglich des jüngsten Vorschlags erhalten, sagte ein katarischer Außenamtssprecher am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur des Landes. Die Hamas habe angedeutet, dass sie den Vorschlag noch prüfe. Die Vermittlungsbemühungen dauerten an.

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