Tuesday, June 25, 2024

Mannheim: Über 1000 Menschen erweisen getötetem Polizisten ihren Respekt

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Mehr als 1000 Menschen haben am Freitag an der Gedenkminute für den getöteten Polizisten auf dem Mannheimer Marktplatz teilgenommen. Man gehe von 1500 bis 2000 Menschen aus, die auf dem Marktplatz zusammengekommen seien, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag in der 300.000-Einwohner-Stadt im Norden Baden-Württembergs.

Um 11.34 Uhr hatten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit den Eltern und weiteren Angehörigen des vor einer Woche getöteten Polizisten Rouven Laur gedacht. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) hatten an der Gedenkminute teilgenommen, zu der die Polizei aufgerufen hatte.

Polizisten bei der Schweigeminute

Polizisten bei der Schweigeminute
Quelle: AFP/JOHN MACDOUGALL

Frank-Walter Steinmeier hält inne, nachdem er Blumen abgelegt hat

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Quelle: REUTERS

Dutzende Polizistinnen und Polizisten erwiesen zudem ihrem Kollegen den Respekt. Rund 50 Beamte des Polizeipräsidiums Mannheim – einer Sprecherin zufolge vor allem Streifenbeamte – nahmen vor dem Blumenmeer auf dem Marktplatz Aufstellung und gedachten mit verschränkten Händen ihrem verstorbenen Kollegen.

Die Menschen auf dem Marktplatz applaudierten zudem. Landesweit verharrten zum gleichen Zeitpunkt Polizisten in stiller Trauer.

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Ein 25-jähriger Afghane hatte fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bewegung Pax Europa sowie den Polizisten mit einem Messer verletzt. Der Beamte erlag später seinen Verletzungen.

Steinmeier bezeichnete den Messerangriff als „blutigen Terrorakt“. Der Täter habe offenbar aus einem politischen, mutmaßlich islamistischen Hintergrund gehandelt, sagte Steinmeier nach einem Gespräch mit Polizeibeamten und Angehörigen.

Nach der Messerattacke in Mannheim - Gedenken

Auf einem Zettel steht geschrieben „Wer Polizisten angreift, greift uns alle an!“
Quelle: dpa/Bernd Weißbrod

Viele Polizisten kamen auf den Marktplatz

Viele Polizisten kamen auf den Marktplatz
Quelle: AFP/JOHN MACDOUGALL

Man habe in den vergangenen Wochen mit Angriffen auf Bürgermeister, Minister, Abgeordnete und Ehrenamtliche weitere „abscheuliche Akte politisch motivierter Gewalt erlebt“, sagte Steinmeier. „Wir, die Demokratinnen und Demokraten dieses Landes, dürfen und werden uns an Gewalt in der politischen Auseinandersetzung niemals gewöhnen.“ Die Gewalt müsse aufhören.

Die Stimmung auf dem Marktplatz war sehr ruhig, viele Menschen verharrten schweigend auf dem Platz oder unterhielten sich nur ruhig. Schon zuvor hatte die Polizei Teile des Platzes mit Absperrgittern abgetrennt, unter anderem ein Meer aus Blumen, Schildern und Kerzen vor dem zentralen Marktplatzbrunnen.

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Viele der Polizeibeamte auf dem Marktplatz trugen blaue Bänder an ihrer Uniform. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte am Donnerstag dazu aufgerufen, blaue Bänder „als Zeichen der Trauer, als Zeichen der Solidarität und als sichtbares Zeichen gegen Gewalt zu tragen“.

Gedenken am Potsdamer Platz in Berlin

Gedenken am Potsdamer Platz in Berlin
Quelle: dpa/Christoph Soeder

Rund 2500 Menschen erinnerten nach Polizeiangaben auch in Berlin bei einem Schweigemarsch an Rouven Laur. Zu der Aktion hatten die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) aufgerufen. Damit sollte am Freitag ein klares Zeichen für die Demokratie gesetzt werden, wie es im Aufruf hieß. Fahnen, Flaggen und Transparente waren unerwünscht. Unter den Teilnehmern waren Polizisten in Uniform prominent zu sehen. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik liefen mit.

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