Saturday, June 22, 2024

USA verhängen Bußgeld: Jetzt rächt sich das Lufthansa-Zögern bei Kunden-Entschädigungen – WELT

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Airline-Kunden und Verbraucheranwälte beklagen schon seit Langem, dass Fluggesellschaften nach Ausfällen oder Verspätungen zu widerstrebend und oft erst nach der Einleitung rechtlicher Schritte Entschädigungen auszahlen. Dass eine zögerliche Kompensationspraxis für die Fluggesellschaften nach hinten losgehen kann, muss jetzt die Lufthansa erfahren.

Der US-Verkehrsminister brummte ihr jetzt zusätzlich zu Entschädigungszahlungen in Höhe von einer Dreiviertelmilliarde Dollar noch ein Bußgeld von mehr als einer Million Dollar auf – weil sich die Airline in den Augen der US-Behörde zu lange hatte bitten lassen. Es geht um 775 Millionen Dollar, umgerechnet rund 710 Millionen Euro.

Auf diesen Betrag summierten sich die Forderungen amerikanischer Lufthansa-Kunden infolge der vielen Flugausfälle im Zuge der Corona-Pandemie. Wegen „extremer Verspätungen“ bei der Begleichung dieser Ansprüche verdonnerte das amerikanische Department of Transport (DOT) die größte deutsche Fluggesellschaft jetzt neben den Entschädigungszahlungen noch zu einer Strafe von 1,1 Millionen Dollar.

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Bordunterhaltung

„Wenn ein Flug gecancelt oder signifikant geändert wird, solltest du nicht kämpfen müssen, um dein Geld zurückzubekommen“, erklärte der zuständige Minister Pete Buttigieg. Neben der Lufthansa verhängte er am 3. Juni allerdings wegen deutlich geringerer Entschädigungsforderungen auch Strafen an KLM und South African Airways, die ihren Kunden rund 113 beziehungsweise 15 Millionen schuldig geblieben waren.

Das harte Vorgehen gegen zahlungsunwillige Airlines ist Teil einer größeren Kampagne des US-Transportministeriums. Schon vor zwei Jahren hatte Buttigieg ein regierungseigenes Entschädigungsportal namens FlightRights.gov ins Leben gerufen, über welches Kunden ihre Ansprüche gegenüber Airlines durchsetzen können.

Vergleichbare Portale gibt es auch in Deutschland, allerdings auf privatwirtschaftlicher Basis. Kunden müssen auf einen Teil ihrer Ansprüche verzichten, welche die Anbieter 20 bis 30 Prozent als Provision einstreichen.

Auch US-Wahlkampf spielt wohl eine Rolle

Buttigieg erklärte stolz, dass er mit seiner Kampagne bereits insgesamt vier Milliarden Dollar bei den Airlines eingetrieben habe. Ein von ihm direkt damit verbundener Hinweis auf die Biden-Administration weist darauf hin, dass auch der Wahlkampf zu den US-Präsidentschaftswahlen hier eine Rolle spielt.

In der vergangenen Woche kündigte das DOT eine gesetzliche Verpflichtung von Fluggesellschaften zu automatischen Bargeld-Erstattungen an, die auch in Deutschland immer wieder diskutiert wird. Airlines hätten durch sie einen drastischen Anstieg ihrer Entschädigungszahlungen zu befürchten.

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Zuletzt türmten sich vor deutschen Amtsgerichten bis zu 125.000 Fluggastrechte-Klagen auf. Es wird davon ausgegangen, dass viele weitere Fluggäste ihre Ansprüche aus Unwissenheit oder Scheu vor der Auseinandersetzung nicht wahrnehmen. Die vor 20 Jahren eingeführte EU-Fluggastrechte-Verordnung sichert ihnen je nach geplanter Flugdauer nach Ausfällen Ansprüche zwischen 250 und 600 Euro zu.

Lufthansa erklärte zur nun verhängten Strafe gegen sie, sie habe alle Erstattungen vorgenommen, zu denen sie verpflichtet gewesen sei. „Die vom DOT sanktionierte zeitliche Auszahlungsverzögerung ist allein auf das historisch einmalige Ausmaß an Erstattungen während der Covid-Pandemie zurückzuführen“, so eine Sprecherin. Das Bußgeld vom Ministerium habe man „hälftig geleistet“. Die zweite Hälfte will man später zahlen.

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