Wednesday, June 19, 2024

ARD und ZDF: Wirtschaftsberichterstattung umfangreich aber „von Bundespolitik getrieben“

- Advertisement -
- Advertisement -

Die Wirtschaftsberichterstattung in ARD und ZDF ist einer Studie zufolge zwar umfangreich, aber „stark von der Bundespolitik getrieben“ und thematisch „lückenhaft“. Kontinuität und Kontextualisierung, also das Herstellen von Zusammenhängen, ließen zu wünschen übrig, heißt es in der in Frankfurt veröffentlichten Untersuchung der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung.

Insgesamt widmen Nachrichtensendungen, Talkshows und Politikmagazine im öffentlich-rechtlichen Fernsehen demnach rund ein Fünftel ihrer Sendezeit wirtschaftspolitischen Themen.

Lesen Sie auch

Öffentlich-Rechtliche

Als „größtes Fragezeichen“ erschien den Verfassern der Studie mit dem Titel „Viel Kraft und wenig Biss“ der inhaltliche Mix der Wirtschaftsmagazine. Diese adressierten ihr Publikum überwiegend als Verbraucher, in rund 65 Prozent der Beiträge sei das der Fall, so der Dortmunder Journalistik-Professor Henrik Müller und der Journalist und Sozialwissenschaftler Gerret von Nordheim. Andere Perspektiven blieben dagegen „unterbelichtet“, eine Konfrontation mit Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft finde nur selten statt.

Insgesamt gibt es der Studie zufolge „viel Wirtschaft“ im öffentlich-rechtlichen TV. Eine kontinuierliche wirtschaftspolitische Berichterstattung, die Entwicklungen auch dann verfolge, wenn ökonomische Ereignisse gerade keine Schlagzeilen produzierten, betreibe jedoch nur die Sendung „Wirtschaft vor acht“ (Das Erste), deren Gesamtsendezeit mit 20 Minuten pro Woche allerdings knapp bemessen sei.

Folgen „in weiten Teilen der Agenda des politischen Berlin“

Die Nachrichtenformate folgen laut Brenner-Stiftung in ihrer Wirtschaftsberichterstattung „in weiten Teilen der Agenda des politischen Berlin“. So seien etwa die Abfederung des Energiepreisschocks, später Bürgergeld und Sozialpolitik sowie die Diskussion über die ökonomische Abhängigkeit von China im Untersuchungszeitraum immer wieder thematisiert worden. Die Tarifpolitik tauche hingegen nur prominent in Sendungen auf, wenn gerade Streiks oder Tarifabschlüsse zu vermelden seien, und verschwinde dann rasch wieder aus dem Fokus.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte von Drittanbietern
Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an“ stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, u.a. die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du hier. Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Schalter und über Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

„Unterbelichtet bleibt in der Berichterstattung vor allem die internationale Dimension der Wirtschaft“, kritisieren die Autoren weiter. Europäische, ausländische und makroökonomische Entwicklungen wie Konjunktur und Inflation würden allenfalls ereignisbezogen beachtet.

Die wirtschaftspolitische Berichterstattung von ARD und ZDF setze zu wenig eigene Akzente, resümieren die Autoren. Abhilfe könnte ein neues „Ständiges wirtschaftspolitisches Format“ schaffen, das in die Wirtschaftsmagazine integriert werden könnte.

Für die Untersuchung wurden knapp 5.800 Sendungen mit rund 3.400 Stunden Programm vom Herbst 2022 bis Frühjahr 2023 aufgezeichnet und mittels computergestützter Methoden der Medienanalyse ausgewertet.

Weiterlesen…….

- Advertisement -
Latest news

Nato-Bündnis: Nach Marathon-Debatte stimmt Schweden für Verteidigungsabkommen mit den USA

Das schwedische Parlament hat am Dienstag mit großer Mehrheit für ein umstrittenes Verteidigungsabkommen mit den USA gestimmt. Nach fünfstündiger Debatte votierten im Stockholmer Reichstag...
- Advertisement -

Thüringen: Ost-Beauftragter schließt Koalition von SPD und BSW nicht aus

Neue Umfrageergebnisse aus Thüringen haben die Debatte über Koalitionen mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) weiter angeheizt. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider, schloss...

Libanon: In Nahost wächst die Angst vor dem ganz großen Krieg

Die Hisbollah attackiert Nordisrael mit Raketen, 60.000 Menschen wurden evakuiert. Die Eskalationsgefahr ist inzwischen so hoch, dass die USA einen Chefverhandler schicken. Ein...

Generalbundesanwalt nennt Mannheimer Messerattacke „speziellen Fall“

Bei dem Mann, der für den tödlichen Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz verantwortlich ist, handelt es sich nach Einschätzung von Generalbundesanwalt Jens Rommel um...
Related news

Nato-Bündnis: Nach Marathon-Debatte stimmt Schweden für Verteidigungsabkommen mit den USA

Das schwedische Parlament hat am Dienstag mit großer Mehrheit für ein umstrittenes Verteidigungsabkommen mit den USA gestimmt. Nach fünfstündiger Debatte votierten im Stockholmer Reichstag...

Thüringen: Ost-Beauftragter schließt Koalition von SPD und BSW nicht aus

Neue Umfrageergebnisse aus Thüringen haben die Debatte über Koalitionen mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) weiter angeheizt. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider, schloss...

Libanon: In Nahost wächst die Angst vor dem ganz großen Krieg

Die Hisbollah attackiert Nordisrael mit Raketen, 60.000 Menschen wurden evakuiert. Die Eskalationsgefahr ist inzwischen so hoch, dass die USA einen Chefverhandler schicken. Ein...

Generalbundesanwalt nennt Mannheimer Messerattacke „speziellen Fall“

Bei dem Mann, der für den tödlichen Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz verantwortlich ist, handelt es sich nach Einschätzung von Generalbundesanwalt Jens Rommel um...
- Advertisement -