Monday, May 27, 2024

ESC 2024: Live-Ticker zum Nachlesen – Nemo gewinnt für die Schweiz, Deutschland wird 12.

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Das „O – Oh – o“ aus dem Song „The Code“ wird Bestand haben, ein eingängiges, dreifaches Kieksen, das für diese Selbstbestimmungshymne zentral ist. Da hat ein junger Mensch seinen Weg gefunden und sich befreit von Konventionen. Und eine starke Show geliefert. In dieser Mini-Oper kam alles zusammen: Frappierender Auftritt, strahlende Zuversicht, bunter Übermut. Das hat ganz offensichtliche sowohl Zuschauer als auch Jurys überzeugt, die mehrfach „O – Oh – o“ bei ihrer Verkündung riefen.

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Nemo gewinnt für Schweiz

ESC-Finale

Nemo aus der Schweiz gewinnt mit dem Lied „The Code“ den Eurovision Song Contest (ESC). Der non-binäre Sänger bekam insgesamt die meisten Punkte, 591. Deutschland landete mit dem Sänger Isaak und 117 Punkten auf dem zwölften Platz von 25 Finalisten – ein echter Erfolg nach den sehr schlechten Platzierungen der vergangenen Jahre. Zu verdanken war das überwiegend den 37 Jurys, die mehrheitlich eine kleine bis mittlere Punktzahl an Deutschland vergaben. Aus der Ukraine gab es etwa sieben Punkte, aus Belgien acht.

Der Musiker Baby Lasagna aus Kroatien wurde mit dem Lied „Rim Tim Tagi Dim“ und 547 Punkten Zweiter, er hatte beim Televoting des Publikums die meisten Punkte bekommen. Ausschlaggebend für den Sieg waren ebenfalls die Jurys, die aus vielen Ländern mit zwölf Punkten für die Schweiz gewertet und für ausreichenden Abstand Nemos gesorgt hatten. Interessant: Der quietschbunt-queere, identitätssuchende Beitrag bekam auch aus osteuropäischen Ländern die vollen zwölf Punkte.

Die zu vergebende Punktezahl war zuletzt gleich. 591 Punkte für Nemo sind mehr als Loreen vor einem Jahr gewann (583) und mehr als 2021 für Måneskin aus Italien (524). Das verdeutlicht, dass Nemo recht klar gewonnen hat. Lediglich die Ukraine siegte 2022 mit 631 Punkten mit höherer Punktzahl.

Die deutschen Zuschauer votierten für den israelischen Beitrag. Zwölf Punkte vergaben sie für Eden Golan, zehn für Kroatien, acht für Ukraine. Die deutsche Jury hatte für Schweden mit zwölf Punkten votiert.

68. Eurovision Song Contest - Finale ESC 2024

Isaak aus Deutschland wird mit „Always On The Run“ Zwölfter
Quelle: dpa/Jens Büttner

Auf den weiteren Plätzen folgten die Ukraine (3), Frankreich (4) und Israel (5). Der israelische Song „Hurricane“ hatte nach der Jury-Wertung weit hinten gelegen, dann aber durch die Zuschauerstimmen einen riesigen Sprung gemacht und zeitweise die Spitze übernommen. Sowohl beim Auftritt von Eden Golan als auch bei jeder Erwähnung Israels beim Voting hat es in der Halle in Malmö starke Pfiffe und Buhrufe gegeben.

Auch wegen der Disqualifikation des niederländischen Teilnehmers Joost Klein gab es Unmut. Er war vom Finale ausgeschlossen worden. Hintergrund war nach Angaben des niederländischen Fernsehsenders Avrotros eine aggressive Geste Kleins gegenüber einer Kamerafrau. Der niederländische öffentlich-rechtliche Rundfunk (NPO) hat nach dem Ausschluss eine offizielle Beschwerde bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU) eingereicht. ESC-Chef Martin Österdahl erntete vor Beginn der traditionellen Punktevergabe der Jurys aus den 37 ESC-Ländern laute Buhrufe und unzufriedenes Raunen aus dem Publikum.

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Auf den letzten Plätzen, wo sich normalerweise Deutschland wiederfindet, landeten Österreich (24) und Norwegen (25).

Der Abend war jedoch vor allem überschattet von israelfeindlichen Protesten vor und in der Halle. Polizisten führten Klimaaktivistin Greta Thunberg, deren Mutter vor 15 Jahren beim ESC für Schweden den 21. Platz holte, mit anderen Demonstrierenden vom Platz vor der Arena ab. Später musste die Polizei stärker durchgreifen. Mehrere Menschen wurden draußen wegen Störungen festgenommen.

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Die Polizei in Malmö geht gegen Demonstranten vor
Quelle: AFP/JOHAN NILSSON/TT

Lesen Sie hier den Live-Ticker:

00:56 Uhr – Die Eurovisionshymne

Das war‘s. Nicht alles schön. Aber auch ein Fest, genießen Sie den Rest der Nacht und machen Sie keine Dummheiten. Hier kommt jetzt gleich noch eine Zusammenfassung mit bisschen Analyse. Über die Pfiffe und Proteste vor und in der Halle wird noch zu reden sein; das ist verstörend.

Dankeschöns, Hossa, Favoritenbekundungen, Unmut und krasse Beschimpfungen wie immer in den Kommentaren. Achtung, die Grünen können nichts für das Ergebnis.

Vielen Dank an alle Mitstreiter. Große Freude.

Ich rufe allen Mitlesenden ein beherztes „(Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“ zu.

C u 2025.

00:45 Uhr – Sieg für Nemo, Trophäe zerbrochen

Die Entscheidung: Nemo bekommt von den Zuschauern ausreichend Punkte, um mit 591 Punkten und Abstand zu Kroatien zu siegen – obwohl Kroatien vom Publikum mehr Punkte bekommen hat. Ausschlaggebend waren demnach die Jurys, die aus vielen Ländern mit zwölf Punkten für die Schweiz gewertet hatten.

Es ist der dritte Sieg für die Schweiz beim Song Contest. Nemo jubelt derart euphorisch auf der Bühne, dass ihm die Trophäe versehentlich auf der Bühne zerbricht. Er bekommt einen Ersatz-Preis. „Die Trophäe kann repariert werden – vielleicht braucht der ESC auch ein kleines bisschen Instandsetzung“, sagt Nemo daraufhin vieldeutig.

68. Eurovision Song Contest - Finale ESC 2024

Isaak wurde für Deutschland Zwölfter
Quelle: dpa/Jens Büttner

00:34 Uhr – Nun das Televoting

Es ist sehr kompliziert, wie jetzt die Punkte addiert werden. Ich geb auf.

Interessant: Es gibt keine Nullpunkter in diesem Jahr. Auch wenn Großbritannien null Punkte bekommt.

Letzter jetzt Norwegen mit 16 Punkten.

323 Punkte für Israel, übernimmt kurz die Führung.

18 Punkte für Deutschland, wird damit Zwölfter.

00:27 Uhr – Deutschland in den Top Ten

Die Jurys sind durch. Was bedeutet das? Noch nicht alles. Das Publikum hat bekanntlich andere Vorlieben. Da kann sich noch einiges ändern. Frankreich und Irland eng beieinander. Abstand zu Schweiz groß, aber nicht unerreichbar.

00:18 Uhr – Pfiffe für die EBU

Die Niederlande sagen keine Punkte an, das übernimmt der ESC-Chef Martin Österdahl unter gellenden Pfiffen.

Ein steter Strom an kleinen und mittleren Punkten für Isaak, acht etwa aus Belgien. Das ist schon jetzt ein Erfolg.

00.11 Uhr – Frankreich jetzt Zweiter

Vor Italien und Irland. Deutschland Platz 11.

Auch Georgien und Slowenien geben zwölf Punkte an die Schweiz, das will was heißen.

00:07 Uhr – Die Schweiz in Führung

Es hagelt zwölf Punkte aus den Jurys für Nemo.

Deutschland gibt zwölf Punkte an Schweden und acht an Israel, was gleich wieder für Pfiffe sorgt

23:56 Uhr – Punkte für Deutschland

2 aus Großbritannien, 4 aus Luxemburg

Schweiz und Nemo schon mehrfach mit zwölf Punkten. Klare Führung. Danach Irland und Italien

10 Punkte aus Israel für Isaak

23:51 Uhr – Voting ist beendet

Also eigentlich steht der Sieger in dieser Sekunde fest, es gibt da wenig zu rechnen, wie immer behauptet wird.

Pfiffe gegen den EBU-Verantwortlichen.

ABER: 7 Punkte für Deutschland aus der Ukraine. mehr als 2023 insgesamt

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23:45 Uhr – Favoriten in der Halle

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23:29 Uhr – Abba

Ich finde, die Abba-Avatare haben was Gruseliges. Conchita Wurst aber cool.

Kleine Meldung aus dem Maschinenraum: Ich glaub, unser System ist ESC-müde und aktualisiert nur langsam. Bei den wiederholten Schnelldurchläufen kann man das verstehen. Gute Gelegenheit, an den großen Robert Gernhardt zu erinnern: Mein Gott, ist das beziehungsreich/ ich glaub, ich übergeb mich gleich

23:25 Uhr – Crying At The Discotheque

Alcazar aus Schweden singen ihren alten Hit. Man darf daran erinnern, dass in diesem Jahr schon „Murder On The Dancefloor“ eine grandiose Renaissance erlebt hat.

23:21 Uhr – Never ending Schnelldurchlauf

Ich finde den Schnelldurchlauf immer eine Mischung aus Adrenalinüberschussbrausepulver und Fremdschämparty. Manchmal kann man die Songs auch gar nicht mehr auseinanderhalten. Bei welchem kamen nochmal die Unterhosen zum Einsatz?

23:19 Uhr – Handwerkliches

In den Wasserwerken aller Länder schalten sie jetzt die Hähne auf, Europa stürmt vereint die Badezimmer.

23:17 Uhr – Gibt es Fragen?

Die Antwort lautet in jedem Fall:

„(Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“

Wer weiß spontan noch, was das übersetzt heißt?

23:12 Uhr – Not the end, my friend

Das war’s. 25 x drei Minuten.

Hat auch was Schönes, dass es nun erst mal vorbei ist. Petra Mede verrät mit dem Wort, tomorrow stünde der Sieger fest, dass es erst weit nach Mitternacht zu Ende sein wird. Darauf paar Mini Gummi Worms.

23:11 Uhr – Ladies & Gentlemen, der letzte Beitrag des Wettbewerbs

Startnummer 26

Österreich: Kaleen – „We Will Rave“

Die Stiefel-Queen des Abends. Walküren-Anklänge und Eurodance mit Bigbeats und Loops. Das „Ramdi, damda“ im Refrain hat nix mit Alpen-Gaudi zu tun, die eher dünne Stimme der Sängerin kommt nicht gegen die Musik an.

Als Schlussfeuerwerk schon ganz ordentlich.

Startnummer 25

Frankreich: Slimane – „Mon Amour“

Eine Power-Ballade in weißer Kleidung. Die Falsettöne im knien kommen einigermaßen rüber. Vielleicht ist die Startposition am Ende für so etwas unglücklich. Wenn Slimane vom Mikro wegtritt und die Halle a capella füllt, hat das was von Gänsehautmoment.

Nächstes Jahr bitte „L’Amour toujours“ oder „Amoureux non-binär“.

23:05 Uhr – Gleich kommt Frankreich

Dass Frankreich den Songtitel „Mon Amour“ nicht bereits zum fünften Mal verwendet, verwundert ein bisschen. Bin vorsorglich ins Archiv gestiegen: Es gab tatsächlich nur:

„La belle Armour“ (1957)

„Dors, mon Amour“ (1958)

„Le Mots d’Amour“ (1987)

„L’Amour à la francaise“(2007).

23:02 Uhr – Frage aus Berlin

Florian Sädler will wissen: „Was war das gerade? ein häkeldecken-hijab?“

(Lösung: Eine Zuschauerin hatte sich eine 60er-jahre-Tischdecke über den Kopf gezogen)

Startnummer 24

Georgien: Nutsa Buzaladze –„Firefighter“

Noch einmal Osteuropa-Klischees, viel Feuer & Rottöne, Goldlack natürlich und ein knappes Kostüm. Ich bin leicht ermattet vor diesem Gejammere und energischen Aufstampfen.

22:58 Uhr – Viel Lärm um Lasagna

Startnummer 23

Kroatien: Baby Lasagna – „Rim Tim Tagi Dim“

Wenn die Landbevölkerung Ausgang hat und es richtig krachen lässt, dann kommt so eine gitarrensatte „Rammstein meets Balkanpop“-Mischung dabei heraus. Grüne Kühe grasen im Hintergrund, und die Tänzerinnen geben dem Begriff „Kopftuchmädchen“ neue Bedeutung.

„Rim Tim Tagi Dim“ erinnert im Titel fatal an das rumänische Schauder-Machwerk „Dragostea Din Dei“ von 2004 – und, Gott sei es geklagt, wie lange hat sich das in die Ohren geschraubt und dort Unheil angerichtet?

Baby Lasagna gelten als potenzieller Sieger. Ich möchte Joschka Fischer vor dem Irak-Krieg zitieren: I’m not convinced.

22:50 Uhr – Nemo schon gekonnt, oder?

Meinungen?

Ist jedenfalls gut für die folgenden Sängerinnen und Sänger, dass erst mal Päuschen ist

Startnummer 22

Slowenien: Raiven – „Veronika“

Ein Fantasy-Opus-Versuch! Eine Blondine im Wet-Look-Bikini kriecht über die Bühne und stellt die Fingernägel beschwörend zur Schau, als wolle sie „Slowenien – doux points“ herbeihexen, wenigstens aus Kroatien oder Serbien. Am Ende die spitzesten Schreie des Abends, versprochen.

22:42 Uhr – Liebling der Queer Comunity und der Buchmacher

Jetzt kommt ein Favorit, nicht nur der gay community, auch der Wettbüros. kurzer Schock in L.A., der Stream war kurz ausgefallen

Florian Sädler hat eine Erinnerung: „ah, yes, der harry styles“

Startnummer 21

Schweiz: Nemo, „The Code“

Röckchen und Flamingo-Optik. Nemo, der sich nicht zwischen „er“ und „sie“ entscheiden mag, tänzelt auf einer Scheibe herum. Mehr Vortrag als Lied, die Musik ist nebensächlich, ein einziges Barmen. Drei-Minuten-Oper. Drum ’n’ Bass. HipHop. Melodram und „Das Bewusstsein bestimmt das Sein“. Klaus-Nomi-Quietschetöne. Es steckt wirklich alles drin, was man sich für einen ESC-Auftritt wünschen kann.

Das kokettiert sehr mit „Rise Like A Phoenix“ von Conchita Wurst. Hat gute Chancen.

Die Wettbüros notieren für Nemo vordere Plätze, und es mag ärgerlich sein, dass sie meist recht behalten. Sie behalten halt recht.

22:40 Uhr – Wir nähern uns den Favoriten

Startnummer 20

Zypern: Silia Kapsis – „Liar“

Wieder Weiß! Und endlich mal die Windmaschine im Einsatz. Zuerst verspricht Sängerin Silia „I’m feeling like uh la-la“ und wirft kokett mit den Haaren um sich, als ginge es ums becircen. Doch ist „Liar“ eine milde Männerbeschimpfungsnummer mit Selbstbestimmungsanteilen. Deshalb werden die tanzenden Jünglinge erst weggekickt, dann ziehen sie die Oberkörper blank. Es geht also einiges durcheinander. Aber die aus einer R’n’B-Fertigungshalle hergeholten Rhythmus-Sounds sind ziemlich cool.

Könnte unter die ersten Zehn kommen.

Startnummer 19

Armenien Ladaniva – „Jako“

Als diese Girlie-Folklore-Balkan-Pop-Promenadenmischung beim zweiten Halbfinale aufgeführt wurde, war ich überzeugt, dass der Beitrag rausfliegt. Aber nein. Jedenfalls bunt.

Startnummer 18

Portugal: Iolanda – „Grito“

Weiß als Farbe ist beliebt, das signalisiert klar Frieden, Reinheit, Kochwäsche.

Sängerin Iolanda mit Strass an den Augen beginnt fein, aber wie so oft beim ESC wechselt der Rhythmus, alles muss rein, groß werden, überdimensionale Leidensmanier. Und dadurch wird es beliebig. Iolanda scheint die weißen Wanderer um sich zu bekämpfen, Stichwort: weibliche Selbstermächtigung. Und bevor es zu einer Zombie-Apokalypse ausartet, ist der Spuk zum Glück zu Ende.

22:29 Uhr – auf der Suche nach der verlorenen Hose

Startnummer 17

Finnland: Windows95man – „No Rules!“

Hier gibt es buchstäblich einen Eisprung zu sehen. Der Windows95man räkelt sich im Ei und dann davor, lange ist unklar, ob er überhaupt eine Unterhose trägt. Nur die Alten erinnern sich, was „Windows95“ war – und natürlich Menschen in Behörden, die heute noch damit arbeiten. Jedenfalls ist „No Rules“ ein weiterer Spaß-Song, Marke: Kannste dir nich ausdenken. Würde aber fehlen, wenn es das nicht gäbe.

Hallo Tobias, wie ist die Stimmung in der Halle wegen des Unterhosenmanns?

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Ich möchte dir zurufen: „(Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“

„Make some noise, let‘s got“ Scooter möchten die Urheberrechte zurück haben.

22:24 Uhr – Lob für Italien

Jean Mikhail schreibt: „Italien gehört jedes Jahr zu meinen Favoriten – kein Wunder, klingt doch selbst die Straßenverkehrsordnung auf Italienisch so schön wie ein Heiratsantrag. Angelina Mango ist dieses Jahr nicht ganz so stark wie der großartige Marco Mengoni in den Vorjahren, aber dennoch ein flotter Beitrag und erfrischend nach dem Elend der letzten Songs.“

Startnummer 16

Serbien: Teya Dora – „Ramonda“.

Greinen, Jammern, Klagen und immer schön die Faust recken. Die Sängerin sitzt im nächsten Pappfelsen, die diesmal aus der Kulisse von „Raumschiff Enterprise“ geliehen wurden. „Ramonda“ ist eine Blume und das Synonym für den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg. Sehr beziehungsreich.

Irgendwie scheint es am Anfang zu schneien, später gewittert es. Schnell erhebt die gemeine Power-Ballade ihr hässlich‘ Haupt und dröhnt mit Stampf und Schrei.

Fallen die Haare so, damit es nach Elben-Ohren aussieht, Arwen Undomiel aus „Herr der Ringe“ goes Malmö?

Startnummer 15

Italien: Angelina Mango – „La Noia“

„La Noia“ heißt „Langeweile, Überdruss“. Alles ist soo langweilig, singt die junge Frau und beschwört die Nöte der Generation Z. Trotzdem ist das Lied nicht larmoyant, sondern ein Gute-Laune-Song mit einer gewissen Stringenz. Ich mag es. Warum sie sich am Ende mit ihrem Henna-Bemalungskostüm auf den Eisernen Thron stellt und an „Game of Thrones“ erinnert, bleibt ein Rätsel.

Startnummer 14

Norwegen: Gåte – „Ulveham“

Wo bleiben eigentlich die seltsamen Instrumente, die auffällig bedeutungsschwanger in die ESC-Kamera gehalten werden? Na hier!

Ulveham heißt Wolfspelz. Das wird die Wolfsgegner in Deutschland ja von der Couch werfen.

Die Sängerin steht auf einem felsähnlichen Gebilde, das gab es in der Requisite sicher zuhauf (und wird heute noch mehr zu sehen sein). Rockröhren-Anmutung mit Mittelalter-Anklängen. Es wird ordentlich auf Norwegisch geschrien. Und ich finde das schwarze Kleid ganz gut, es fällt zumindest aus der Reihe.

22:13 Uhr – Halbzeit

Die Hälfte der Teilnehmer sind nun durch. Gibt es Favoriten?

Und wie macht sich Isaak in der Konkurrenz? Man muss sagen, zumindest ist sein Lied anders als die anderen.

Damit das nicht in Vergessenheit gerät: bitte aufsagen – „(Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“

L.A. gönnt sich jetzt Pretzel Pieces (siehe 20:02 Uhr)

Tränen nach dem Auftritt

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22:08 Uhr – Startnummer 13

Großbritannien: Olly Alexander – „Dizzy“

Das Mutterland des Pop hat eine ESC-Tradition: immer unter den Möglichkeiten bleiben. „Dizzy“ ist wieder eine eher uninspirierte Eurodisco-Nummer, die Vince Clarke vor sehr langer Zeit für Depeche Mode und Erasure geschrieben haben könnte. Es beginnt im Not-so-Dark-Room mit abwaschbaren Kacheln. Olly Alexander im mottenzerfressenen Unterhemd und die Tänzer sind deutlich gay community, man schleckt sich ab und fasst sich ans Gemächt wie einst Michael Jackson, nur vermutlich mit ernsteren Absichten.

Wer beim Betrachten nach einem Angeber-Fachausdruck für die aufgebrezelten roten Schambeutel der Jungs sucht: Suspensorien, bitte schön.

Tränen nach dem Auftritt

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22:04 Uhr – Startnummer 12

Griechenland: Marina Satti – „Sari“

Tiktok-Optik mit Qietcheentchen-Stimme. Wie bei Social Media üblich, muss alle 30 Sekunden was Neues kommen, deshalb sind das acht Songs in einem. Zu R’n’B-Beats kommen Folklore-Schalmeien und Sirtaki-Schritte.

Achtung, auf die Stiefel achten, da kommt gleich was raus.

Kleine Stiefel-Vorschau: Die Knaller-Stiefel des Abends kommen im allerletzten Beitrag.

Marina Satti hat sich bei der Pressekonferenz kindisch gestikulierend von Israels Sängerin Eden Golan distanziert, die gerade sprach. Das kam nicht gut an.

22 Uhr – Irland umstritten!

Jean Mikhail schreibt: „Irland ist vielleicht der grausamste ESC-Beitrag der letzten 10 Jahre. GRAU-EN-HAFT! Das erste Mal, das ich einem Song 0/10 geben würde“

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Startnummer 11

Lettland: Dons – „Hollow“

Da ist wieder die Röhre zu sehen, eine Wiederverwertung?

Keine Haare, blauer Fake-Six-Pack, ist der aus der Blue Men Group entlaufen?

Die natürlich unvermeidliche Power-Ballade. „It’s killing me slow“, greint Dons, uns auch.

Frage an die Anglisten, muss es nicht killing me slowly heißen?

Ich würde auch „Killing Me Softly“ in der Fugees-Version vorziehen.

21:55 Uhr – Die umstrittene Irin Bambie Thug

Startnummer 10 Irland: Bambie Thug – „Doomsday Blue“

Gleich der nächste Knaller.

Es gibt bestimmt 666 Gründe, um diese überkandidelte Gothicrock-Elektrobeat-Musicalnummer furchtbar zu finden. Das Teufels-Allerlei. Die Hörnerkopfbedeckung. Das unvermittelte Neben- und Durcheinander der Musik. Aber egal, das ist Song Contest. Und nach drei Minuten, einer Kostüm-Entblätterung und einem wirklich sauberen Schluss ist alles wieder gut.

Die Sängerin hatte in Runen oder so ähnlich „Waffenstillstand“ und „Freiheit“ auf ihrem Körper /Kostüm stehen, als Israel-Protest oder wie man so sagt: pro-palastine-Statement, das musste entfernt werden. Ihr rituelles Teufels-, Hölle-, Hexenspielzeug ist aber okay.

Sie hat sich mehrfach gegen Israels Beitrag und Auftreten erklärt.

Lena Karger schreibt: „Ich glaube, ich mag den irischen Song auch, weil man so dankbar ist, wenn der sanfte Part anfängt. Das macht wohl der Kontrast“

Ich finde eher die letzten 30 Sekunden cool.

21:49 Uhr

Nochmal zu Spanien, wenn Helene Fischer in 20 Jahren Lust hat, könnte sie ja auch noch beim ESC auftreten.

And now for something completely different.

Startnummer 9 Estland: 5 Miinust & Puuluup – „(Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“

Ha! Der erste Spaß-Song („Europapa“ ist ja ausgefallen). Mit dem längster Songtitel in der ESC-Geschichte, wir wiederholen es hier gerne „(Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“.

Im zweiten Halbfinale war der deutsche Moderator Thorsten Schorn ganz stolz, das fehlerfrei aufsagen zu können. Keine leichte Sache, bei den nächsten Beiträgen bitte mal zwischendurch laut rufen: „(Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“, das heißt ungefähr „Wir wissen sicher nichts über die Drogen“.

Show auch gut, gell?

21:45 Uhr – Startnummer 8

Spanien: Nebulossa – „Zorra“

Spanien ist als einer der Big Five gesetzt, das führt seit Jahren zu Underperformance und öden Versuchen, ein Problem, das auch Deutschland und Großbritannien beschäftigt.

Es gibt sicher Befürworter von Eurodisco und 80er-Looks, ich gehöre nicht dazu. Darf man die unvorteilhafte Optik der Sängerin kritisieren? Die sonst zu beobachtende Stilsicherheit und Coolness Spaniens macht heute jedenfalls Pause.

Vermutlich legt man in 3 Stunden den Song zurück in die Mottenkiste.

Anwärter auf die hinteren Plätze.

In der Halle kommt das reife Diventum natürlich gut an.

Startnummer 7 Litauen: Silvester Belt – „Luktelk“

Hier werden erst mal schlimme Erinnerungen wach. Denn wenn der junge Sänger im Refrain „Luktelk, Luktelk“ singt, klingt es für deutsche Ohren nach „Moskau, Moskau“ von Dschingis Khan mit so unsterblichen Zeilen wie „Moskau, Moskau/ Deine Seele ist so groß/ Nachts, da ist der Teufel los/ Ha, ha, ha, ha, ha, hey“.

Aber zurück zu Silvester Belt. Der Song bemüht sich aufrichtig, eine echte Pop-Nummer zu sein, und das gelingt auch in Teilen. Außerdem setzt die Show mal auf die Farbe Knallrot, das ist schon was.

Ha, ha, ha, ha, ha, hey.

21:26 Uhr – Startnummer 6

Israel: Eden Golan – „Hurricane“

Der ursprüngliche Titel „October Rain“ musste wegen Anspielung auf den 7. Oktober geändert werden. Auch so wird in der Ballade Schmerz und Leid thematisiert. Die 20 Jahre alte Sängerin Eden Golan steht am Anfang in einer Röhre, das ist in diesem Jahr beliebt.

Guter Song, finde ich, und schönes Kleid. Wieder cremefarben. Gab es zuletzt nicht tiefgehende Analysen, dass die Wohlstandshipster ihre Wohnungen und Kinderzimmer in Beige dekorieren, weil das für die richtige Achtsamkeitsstimmung sorgt? Na dann, good luck.

Wenn ich tippen müsste, würde ich sagen, „Hurricane“ landet auf den vorderen drei Plätzen.

Gegen Eden Golan und das Lied gab es massive Proteste und Kritik mit sehr unwürdigen Szenen. Das ist niederschmetternd – auch für den ESC mit seinem „United by Music“-Gedöns! Das Beste, was man dazu sagen kann, ist, dass es womöglich beflügelt.

21:34 Uhr – Sprung zu Nummer 6

Nummer 5 wird übersprungen. Eigentlich hätte jetzt Joost Klein „Europapa“ singen & hüpfen sollen. Er wurde nach einem Vorfall ausgeschlossen. Wär der erste Spaß-Pop-Beitrag gewesen.

21:30 Uhr – Startnummer 4

Luxemburg: Tali – „Fighter“

Luxemburg ist erstmals seit 1993 wieder dabei. Es heißt, das Geld sei schuld am Ausstieg damals gewesen, dabei gibt es gerade das dort zuhauf. Archäologen haben tapfer ausgegraben, dass Vicky Leandros mal für Luxemburg den ESC gewonnen hat, 1972 mit „Après toi“. „Fighter“ ist so ein typisch bemühter Song, der in alle Richtungen schielt und am Ende gar nix bedeutet. Die Sängerin zeigt Zöpfe, die schon 1993 nicht schick waren.

Adieu.

21:24 Uhr – Deutschland singt gleich, früh im Wettbewerb

Startnummer 3

Deutschland: Isaak – „Always On The Run“

Nun ja: „I am nothin’ but the average“, singt Isaak, bin nur Durchschnitt. Das wäre ja ein Ziel, wenn Deutschland einen Durchschnittsplatz gewänne, so mehr im Mittelfeld, paar Mitleidspunkte bitte. Wie er da so im Wohnzimmersessel sitzt, hat was von deutscher Gemütlichkeit. Dann steht er da inmitten brennender Dingsbums, also Mülltonnen, welche Brennpunktviertelnähe soll das simulieren? Oder doch Wohlstandsbürgerkamine? Dann wäre wegen der viel zu hohen Feinstaubwerte zu protestieren – und hoffentlich bleibt die Sprenkleranlage aus.

Das Lied? Besser als zuletzt beim ESC üblich, finde ich. Und die Stimme kann was. Nach dem ersten Auftritt im Halbfinale gingen die Quoten hoch, weil das Soulige gut ankam. Die Verausgabungsempathie im zweiten Teil von „Always On The Run“ ist jedenfalls groovy. Das weckt ein bisschen die Erinnerung an den vielleicht größten deutschen Soul-Song beim ESC, hier.

Psst, aber erst in der Pause abspielen.

Jean Mikhail meldet: „Klingt wie Rag n Bone Man der Isaak!“

Wie kam das in der Halle an?

Tobias Kaiser aus Mälmo: „Applaus, aber nicht frenetisch“

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2) Ukraine: alyona alyona & Jerry Heil – „Teresa & Maria“

Mutter Teresa, die Jungfrau Maria und HipHop, der klingt, als käme dem Genre angemessen die ein oder andere Bitch-Bemerkung zur Aufführung. Bizarre Mischung. Erst eine schmachtende junge Frau im trendy beigefarbenen Fantasykleid mit Jeanne-d’Arc-Rüstung an der Schulter, dann eine Beth-Ditto-Dame, die rappt. Das Lied ist zweigeteilt und hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das weit vorne landet, Solidarität für die Ukraine hin oder her.

21:22 Uhr – Käfighaltung

Dieses in einem begrenzten Raum beginnen ist ein auffälliges Stilelement in diesem Jahr. Alle möglichen Acts befreien sich aus dem Käfig.

21:20 Uhr – Es kann gehört, gesehen, gevotet werden

Das ist neu. Wer will, kann jetzt bereits das Telefon zücken. Beinharte Fans wissen natürlich, wer gewinnen soll.

1) Schweden: Marcus & Martinus – „Unforgettable“

Wem das Intro und der Groove bekannt vorkommt: Willkommen in den 80ern. Es klingt sehr nach Anne Clarks „Our Darkness“, wird dann aber schmusiger und gutlauniger, wie es heute üblich und hitverdächtig ist. Die erfolgsverwöhnten Schweden setzen erneut auf hochproduzierten Techno-Pop der Sorte, die auf dem Smartphone oder bei TikTok gut klingt. Die zwei familien- und queer-kompatiblen Zwillinge schmachten obendrein die Kamera an wie Profis.

Die können doch nicht schon wieder gewinnen? Also Schweden.

21:13 Uhr – Viel Beifall für Petra Mede

Oh, in ungefähr sechs bis acht Stunden werden wir einen Gewinner haben, wird versprochen

21:09 Uhr – Israel läuft ein

„Buhs und Applaus gleichzeitig als Israel einläuft“, meldet Tobias Kaiser aus der Halle in Malmö

21:05 Uhr – Der Fahneneinlauf

Muss sein. Vielleicht noch Nüsschen und einen Cocktail holen?

Wer Bleistift und Papier zur Hand hat, kann sich die Kostüme notieren und vergleichen, wer von den 26 Gesangs- und Tanzeinlagendarbietenden sich umzieht. Ich verrate hier schon mal, einige werden sich während des Songs noch umziehen. Ein Kostüm für drei Minuten Song ist soo Nuller-Jahre.

Wir reden hier natürlich nicht von Deutschland.

Showelemente und bigger than life ist eher nicht Deutsch.

Wir sind Typ ehrliche Haut.

Oder ehrliche Jacke.

21 Uhr – Es geht los

Ja, Abba. Sind erst mal nicht da. Das war zu erwarten, wenn die betagten Vier nur als Avatare auf die Bühne gehen.

Die Gastgeberinnen des Abends sind die Schauspielerin Malin Åkerman und Petra Mede. Nach 2013 in Malmö und 2016 in Stockholm ist Mede zum dritten Mal dabei.

Und mit was? Mit Recht.

Denn die Frau ist sehr lustig und gewandt, unvergessen ihre Darstellung eines gelungenen Eurovision-Songs: „Love, Love, Peace, Peace“.

20:55 Uhr – Finnisches Jury-Mitglied sagt ab:

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20:47 Uhr – Die Startnummerfrage

Oh, Barbara Schöneberger wird erklärt, dass noch nie jemand mit Startnummer 2 gewonnen hat (heute: Ukraine), mit Startnummer 3 aber schon (Isaak). Wollen es aber nicht übertreiben.

Isaak gibt zu, er sei „erschrocken nicht nervös“. Vor dem Auftritt macht er ein Gesangsritual und atmet tief durch. Nemo für die Schweiz macht 20 Minuten power-Workout.

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20:41 Uhr – Wie ist die Chance von Isaak?

Ja, traditionell landet Deutschland hinten, aber das bedeutet erst mal wenig. Für den Song von Isaak spricht, dass er sich treu bleibt, „Always On The Run“ ist stringent und wechselt anders als fast alle ESC-Lieder nicht nach 30 Sekunden Stil und Rhythmus. Und Alleinstellungsmerkmale im Meer des Immer-gleichen-over-the Top sind in jedem Fall positiv.

Die Stimme Isaaks kann was, das Soulige kommt gut an, besonders im zweiten Teil des Lieds punktet der Sänger. Wenn der Auftritt gut wird, kann die ein oder andere Wertung für ihn klappen.

Deshalb glaube ich nicht an den letzten Platz, da sehe ich eher Spanien, ich würde auf Platz zwölf bis 16 tippen.

Andererseits: Das Normale, Bescheide, Ungelenke, das Isaak mit seiner Straßenkluft transportiert, ist schon reichlich deutsch. Wir sind so, wir möchten nicht auffallen. Bloß nicht glitzern.

20:28 Uhr – Das sind unsere Favoriten:

Wir haben bisschen gesammelt, subjektive Favoriten sind:

Lena Karger: Italien, Irland (nur das Lied!), Frankreich

Leonhard Landes: Ukraine, Schweiz, Israel

Tobias Kaiser: Finnland und Spanien

Florian Sädler: Estland und Kroatien

Holger Kreitling: Italien, Israel, Estland

68. Eurovision Song Contest - 2. Halbfinale

Angelina Mango singt für Italien
Quelle: dpa/Jens Büttner

20:15 Uhr – Barbara Schöneberger mit dem Warm-up

Die Moderatorin meldet sich von der Öresundbrücke in Malmö und trägt nach eigenen Angaben einen orangefarbenen Köttbullar auf der Schulter.

Sie spricht gleich von Abba. Vor 50 Jahren siegte in Brighton das schwedische Quartett mit „Waterloo“. Abba erlangten damit Weltruhm und prägten die Pop-Welt seitdem und bis heute. Mal sehen, was in der Show dazu zu sehen sein wird. Agnetha, Benny, Björn, Anni-Frid vor Ort?

Ein eher spärliches Publikum ist zu sehen. Mal ehrlich, es dauert noch, bis es losgeht.

Nochmal um den Block gehen?

Nüsschen in Schalen tun?

Eierlikör aus dem Kühlschrank holen?

20:12 Uhr – Bilanz des Schreckens

Bevor es losgeht eine traurige Pflicht, 10-Jahres-Ergebnisse aus deutscher Sicht:

2023 Letzter

2022 Letzter

2021 Vorletzter

2020 Kein ESC wg. Pandemie

2019 Vorletzter

2018 vierter Platz

2017 Vorletzter

2016 Letzter

2015 Letzter

2014 18. Platz

Wie wird es heute enden?

20:07 Uhr – Von wegen „United by Music“

Das wird sicher der schwierigste Eurovision Song Contest der vergangenen Jahre. Die Stimmung im Malmö ist aufgeheizt, am Donnerstag hatten 10.000 Menschen gegen Israel demonstriert, auch Greta Thunberg.

Hässliche Szenen: Vor dem Hotel von Israels Sängerin Eden versammelte sich ein Mob. Am Freitag Abend im Jury-Finale pfiff das Publikum den israelischen Beitrag massiv aus. Von „United by Music“ war nichts zu spüren. Ausgerechnet die ESC-Fans.

Mehr dazu: siehe unten, seufz

20:02 Uhr – Hallo aus Los Angeles

Dieser Live-Ticker wird sehr international, wir tickern aus verschiedenen Orten. Berlin, Tobias Kaiser ist in der Halle in Malmö, Florian Sädler sitzt in der Redaktion in Berlin, einige Kollegen schicken Nachrichten. Ich bin Holger Kreitling und schreibe aus L.A. Hier ist es gerade 11 Uhr morgens, also deutlich zu früh für humorförderliche Erfrischungsgetränke.

Ich bin aber song-contest-gewappnet mit 355 Milliliter „Cosmic Stardust Energy“ plus „12 Mini Flavor Gummi Worms“ und „Thin & Crunchy Pretzel Slims“ sowie einem halben Muffin, der wird allerdings bis zum ersten Beitrag verschwunden sein.

Bei den Gummiwürmern und dem Energy-Drink wird brav angegeben: Total fat 0 %.

Beste Aussichten für 26 Songs heute Abend.

19:35 Uhr – Bambie Thug fordert Ausschluss Israels, erscheint nicht zu Generalprobe

Bambie Thug, für Irland in Malmö zugegen, will den israelischen Beitrag vom Wettbewerb ausschließen lassen. Im israelischen Fernsehen sei der irische Auftritt im Halbfinale am Donnerstag auf unangemessene Weise kommentiert worden, sagte Bambie Thug in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen irischen Sender „RTE“. Im israelischen Fernsehen hatte der Kommentator Zuschauer mit Kindern gewarnt, der irische Beitrag sei „der furchteinflößendste“ des Abends. Man werde etwa „schwarze Magie“ und „satanische Symbole“ zu sehen bekommen. Außerdem habe Bambie Thug „negativ über Israel gesprochen“.

Das kam nicht gut an: „Ich habe jetzt eine Menge mehr Ärger und Antrieb in mir.“ Zuvor hatte Bambie Thug in einem Interview geäußert, das irische Team habe „geweint“, nachdem Israel sich für das Finale qualifiziert hatte. Bambie Thug identifiziert sich als non-binäre Person.

Bei der Generalprobe tauchte der irische Star nicht auf. Es habe vor der Probe für die Flaggenparade eine „Situation“ gegeben, um die sich die Verantwortlichen der Europäischen Rundfunkunion (EBU) kümmern müssten, hieß es in einem Instagram-Post. Mehrere andere Kandidaten, etwa aus Irland, Griechenland und der Schweiz, ließen laut der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ die Generalprobe ebenfalls ausfallen. Über die Gründe ist bislang nichts bekannt.

19:08 Uhr – Vorfall mit Joost Klein ging offenbar um Filmaufnahmen

Der Vorfall, der zum Ausschluss Joost Kleins vom Eurovision Song Contest (ESC) geführt hat, hängt nach Angaben des niederländischen Fernsehsenders Avrotros mit von Joost unerwünschten Filmaufnahmen zusammen. „Nach dem Auftritt am vergangenen Donnerstag kam es zu einem Zwischenfall. Entgegen klar getroffener Absprachen wurde Joost gefilmt, als er gerade von der Bühne kam und in den Greenroom eilen musste“, teilte Avrotros mit. „In diesem Moment gab Joost wiederholt zu verstehen, dass er nicht gefilmt werden wolle. Dies wurde nicht beherzigt. Dies führte dazu, dass Joost eine bedrohliche Bewegung in Richtung der Kamera machte. Dabei hat Joost die Kamerafrau nicht berührt.“

Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht, woraufhin die Polizei eine Untersuchung einleitete. Am Samstag wurde bekannt gegeben, dass Klein nicht zum Finale antreten darf. „Avrotros findet die Maßnahme sehr hart und unverhältnismäßig. Wir stehen für gute Umgangsformen, damit es keine Missverständnisse gibt, aber eine Maßnahme zum Ausschluss ist in unseren Augen unverhältnismäßig zu diesem Vorfall“, erklärte der Sender und sagte, er sei „sehr enttäuscht und bestürzt“, auch für die Millionen von Fans. „Was Joost den Niederlanden und Europa gebracht hat, hätte nicht so enden dürfen.“

17:49 Uhr – Mehrere Tausend Menschen bei antiisraelischem Protest in Malmö

Auch am Samstag ist es in Malmö zu einer Demonstration gegen die israelische Teilnahme gekommen. Nach einer ersten Zählung der Nachrichtenagentur AFP versammelten sich etwa 2000 bis 3000 Menschen zum Protest in der Stadt, in der die größte palästinensische Gemeinde Schwedens zu Hause ist. „Wir sind nicht gegen den Eurovision Song Contest, sondern gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest“, sagte der schwedische Rentner Ingemar Gustavsson. Wegen der Geschehnisse im Gaza-Streifen „wollen wir ihre Vertreterin nicht in Malmö haben“, fuhr er fort.

Propalästinensische Demonstranten in Malmö

Propalästinensische Demonstranten in Malmö
Quelle: via REUTERS

16:52 Uhr – Norwegische Punkte-Ansagerin zieht sich wegen Gaza zurück

Wenige Stunden vor dem Finale hat die norwegische Punkte-Ansagerin einen Rückzieher gemacht. Die Sängerin Alessandra Mele begründete den Schritt in einem Video bei Instagram mit dem israelischen Vorgehen im Gaza-Streifen. „Derzeit findet ein Genozid statt“, sagte die 21-Jährige und rief dazu auf, sich von „Liebe zur Wahrheit“ führen zu lassen.

Das ESC-Motto „United by Music“ (Deutsch: Vereint durch Musik) stimme mit ihrer Motivation, Musik zu machen, überein, sagte Mele. „Aber derzeit sind diese Worte nur leere Worte.“ Die Sängerin, die auch italienische Wurzeln hat, hatte voriges Jahr „mit Queen of Kings“ für Norwegen den fünften Platz beim ESC erreicht. Für Mele sollte die Moderatorin Ingvild Helljesen vom Sender NRK einspringen.

16:46 Uhr – Buchmacher sehen Kroatien vorn

Die Buchmacher sehen Kroatien als Favoriten auf den Sieg. Auf der Website des Musikwettbewerbs wird dem Land eine Siegchance von 43 Prozent prognostiziert. Dahinter folgt mit 22 Prozent Israel und mit 14 Prozent die Schweiz. Deutschland steht in dieser Liste auf dem 20. Platz mit einer Siegeswahrscheinlichkeit von unter einem Prozent. Diese wenig hoffnungsfrohe Aussicht teilt der deutsche Song allerdings mit den Beiträgen 14 anderer Länder.

Kroatien geht mit dem Song „Rim Tim Tagi Dim“ von Baby Lasagna, bürgerlich Marko Purišić, ins Rennen.

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16:21 Uhr – Joost-Klein-Disqualifikation ändert Ablauf

Nachdem der niederländische Kandidat Joost Klein offiziell vom Eurovision Song Contest (ESC) ausgeschlossen worden ist, ziehen die Veranstalter für den Ablauf des Finales Konsequenzen. „Alle Teilnehmer behalten ihre Nummer in der offiziellen Startreihenfolge. Es wird kein Lied an Position 5 geben“, teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) mit. Bei der anstehenden Zuschauer-Abstimmung am Abend des Finales werden die Niederlande keine Punkte erhalten können. Die niederländischen Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen aber weiterhin für das große Finale abstimmen. Es darf nach ESC-Regeln nicht für das eigene Land gestimmt werden.

Die EBU werde alle Telekommunikationspartner informieren, dass das Land nicht mehr teilnehme. Zudem sei vorgesehen, die Leitungen für Song fünf zu sperren. „Wir bitten darum, dass niemand versucht, für Song 5 zu stimmen. Sollte jemand versuchen, für Song 5 abzustimmen, werden seine Stimmen nicht gezählt“, hieß es von der EBU. Es bestehe die Möglichkeit, dass den Zuschauern Gebühren in Rechnung gestellt werden.

16:13 Uhr –Niederlande bedauern Joost-Klein-Ausschluss

Die Niederlande haben enttäuscht und empört auf den Ausschluss Joost Kleins reagiert. Der niederländische öffentlich-rechtliche Rundfunk (NPO) bedauerte die Disqualifizierung des niederländischen Kandidaten. „Die NPO hält dies für eine sehr drastische Entscheidung.“ Für die Millionen von Song-Contest-Fans in den Niederlanden und in anderen Ländern Europas sei dies eine Enttäuschung.

Der teilnehmende niederländische Fernsehsender Avrotros nannte die Disqualifizierung „unverhältnismäßig“. Der Sender sei „schockiert über die Entscheidung“.

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