Wednesday, April 24, 2024

TV-Rechte für Fußball: Bundesliga-Konferenz am Samstag wird geschwächt

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Für die Bundesliga und die TV-Sender geht es um die Zukunft! Ab Mitte April werden über zwei Wochen die TV-Rechte der Saisons 2025/26 bis 2028/29 versteigert. Im Hintergrund laufen die Gespräche. DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel traf sich zuletzt in London mit DAZN-Chefin Alice Mascia. DAZN dürfte nicht gefallen, dass sein bisheriges Paket D von 106 auf 79 Spiele (nur Sonntag) verkleinert wird. Die Freitagsspiele werden ins Paket B mit dem Samstagnachmittag geschoben. DAZN müsste also rund 150 Millionen Euro pro Saison zusätzlich – zum Beispiel für das Samstagabend-Spiel – investieren, um seinen Abonnenten gleich viel anbieten zu können.

Die DFL kann sich nicht erlauben, potenzielle Bieter zu vergraulen. Branchenkenner prophezeien, dass man am Ende nur noch 800 bis 900 Millionen Euro pro Saison einnehmen wird. Das wäre deutlich weniger als die aktuellen 1,1 Milliarden Euro (bis 2024/25). Um das zu verhindern, versucht die DFL viel.

Die Pakete im Überblick

In der laufenden Rechteperiode sind in Paket D noch die Freitagsspiele der Bundesliga. Diese wandern ab 2025/26 in Paket B mit den Partien am Samstagnachmittag

In der laufenden Rechteperiode sind in Paket D noch die Freitagsspiele der Bundesliga. Diese wandern ab 2025/26 in Paket B mit den Partien am Samstagnachmittag
Quelle: WELT

Warum veränderte die DFL die Pakete?

Sonst wäre es fast sicher gewesen, dass die TV-Einnahmen sinken. Sky (bisher rund 600 Mio.) und DAZN (250 bis 300 Mio.) hätten sich theoretisch wieder die bisherigen Pakete holen können, womöglich für weniger Geld. So kommt Bewegung in den Markt, weil beide Sender fürchten müssen, ein größeres Stück der Bundesliga zu verlieren.

Wie läuft die Auktion ab?

Pro Tag wird ein Paket versteigert – in der ersten Woche die Pay-, in der zweiten die Free-TV-Pakete. Die Sender geben bis zum Frist­ablauf schriftlich Gebote ab. Für jedes Paket legt die DFL einen Mindestpreis fest, den nur DFL und Kartellamt kennen. Wird der erreicht und liegt zudem ein Angebot mindestens 20 Prozent über dem nächstbesten, bekommt der Sender sofort den Zuschlag. Ansonsten entscheiden in der nächsten Runde das höchste Gebot sowie andere Faktoren (z. B. Verwertungskonzept).

In welcher Reihenfolge werden die Pay-TV-Pakete versteigert?

Das ist noch offen, aber die DFL wird taktisch vorgehen, um möglichst viel Druck auf die Interessenten auszuüben. Das Erfolg versprechendste Szenario: Als Erstes wird das Paket B ausgeschrieben. Dieses enthält 196 Spiele (samstags 15.30 Uhr, freitags 20.30 Uhr plus Relegation zur 1. Liga). Wer sich dieses Paket holt, hat schon einmal mehr als die Hälfte der 306 Partien sicher. Zu Paket B passt Paket A mit 35 Konferenz-Schaltungen (samstags). Es wäre ungewöhnlich, wenn Einzelspiele und Konferenz bei unterschiedlichen Sendern laufen würden.

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Sender ohne Pakete müssten jetzt bei Paket C (33 Top-Spiele am Samstagabend plus Supercup) oder Paket D (79 Partien am Sonntag) zum Zuge kommen. Hier könnte es die heißesten Bieterschlachten zwischen Sky und DAZN geben. Danach folgt die Zweite Liga mit den Paketen F und G.

Welche zusätzlichen Anreize gibt es für das Pay-TV?

Die „No-Single-Buyer-Rule“ wurde abgeschafft. Ein Sender könnte jetzt alle Live-Rechte im Pay-TV kaufen. Bisher war es so: Wenn z. B. Sky bereits drei der vier Pakete hatte, konnte der Sender das vierte nicht mehr exklusiv erwerben. So wäre der Weg frei für die Konkurrenz, was niedrigere Gebote bedeutet. Jetzt müsste ein anderer Sender fürchten, leer auszugehen, und daher auch hier hoch bieten.

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Ein weiterer Faktor: Zuschauer-Magneten wie Bayern und Dortmund dürfen vom Pay-Sender häufiger als bisher für das Top-Spiel am Samstagabend ausgewählt werden. Statt achtmal sind es jetzt bis zu zehnmal. Das Zweitwahlrecht ist ein Spiel am Sonntag (jedes Team bis zu achtmal), den dritten Zugriff hat man für den Freitag oder eine Partie am Samstagnachmittag (bis zu zehnmal).

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Ein Effekt: Die Konferenz wird geschwächt, da die Top-Teams seltener samstags um 15.30 Uhr spielen. Auch ein Sportschau-Format, ob um 18.30 Uhr oder 19.15 Uhr (beides ist ausgeschrieben), ist dann schlechter besetzt.

Bieten Sky und DAZN jetzt mehr?

Sky, hinter dem die US-Telekommunikationsfirma Comcast steht, hätte die Möglichkeit, erstmals seit der Saison 2016/17 wieder alle Erstliga-Spiele live zu zeigen. Comcast könnte dies als Chance sehen, den deutschen Markt noch einmal richtig anzugreifen. Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass das Pay-TV-Kundenpotenzial in Deutschland Grenzen hat. Sky muss also abwägen: Erhöht sich die Kundenzahl stark genug, dass es sich lohnt, eine Milliarde Euro pro Saison zu zahlen? Fest steht: Sky braucht die Bundesliga unbedingt, da es keine Champions League mehr hat.

Auch DAZN, das von Milliardär Len Blavatnik (66) finanziert wird, muss prüfen: Bringt mehr Bundesliga als bisher auch ein Abonnenten-Plus? In der Vergangenheit betonte die DAZN-Führung, dass man gerne mehr Bundesliga hätte – aber nur zum richtigen Preis. Man wird also eher keine Riesensummen zahlen. Zumal die Plattform ein Faustpfand hat: fast die komplette Champions League bis 2026/27.

Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, SPORT BILD, BILD) geführt und zuerst in SPORT BILD veröffentlicht.

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