Wednesday, April 24, 2024

Strom- und Gasrechnungen: Ostdeutsche wenden größeren Anteil ihres Einkommens für Energie auf – WELT

- Advertisement -
- Advertisement -

Die Energiekosten machen Menschen in Ostdeutschland laut einer Erhebung mehr zu schaffen als Westdeutschen. So müssen Ostdeutsche im Durchschnitt einen größeren Anteil ihres Einkommens für Strom- und Gasrechnungen aufbringen, wie eine Datenanalyse des Vergleichsportals Check24 zeigt. Zuerst hatte das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND/Samstag) darüber berichtet.

Den Daten zufolge muss ein Einpersonenhaushalt in Ostdeutschland für den Verbrauch von 1.500 Kilowattstunden Strom und 5.000 Kilowattstunden Gas durchschnittlich sechs Prozent seines Einkommens ausgeben. In Westdeutschland sind es demnach für dieselbe Menge im Schnitt 5,2 Prozent.

Lesen Sie auch
Für besonders energieintensive Unternehmen soll der Strompreis auch nach dem Ende der Energiepreisbremsen bis 2030 gedeckelt bleiben

Kampfansage in Koalition

Der Geschäftsführer Energie von Check24, Steffen Suttner, begründete die Unterschiede mit der vergleichsweise niedrigeren Kaufkraft in den ostdeutschen Bundesländern. Zugleich seien „die Energiekosten in Ostdeutschland aber auch absolut teurer“, sagte Suttner. Das liege zum Beispiel an höheren regionalen Netznutzungsentgelten.

In Mecklenburg-Vorpommern geben die Verbraucherinnen und Verbraucher der Analyse zufolge mit 6,3 Prozent den größten Anteil ihres Einkommens für Energiekosten aus. Auch in Sachsen-Anhalt (6,2 Prozent) und Thüringen (6,1 Prozent) werde ein überdurchschnittlich großer Anteil für Energie fällig.

Lesen Sie auch

Den geringsten Anteil ihres Einkommens wendeten die Menschen in Hamburg (4,9 Prozent) und Bayern (4,8 Prozent) auf. Die Analyse von Check24 beruht auf eigenen Berechnungen des Vergleichsportals sowie Daten des Marktforschungsinstituts GfK.

Schwesig fordert Reform der Strompreise

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat eine Reform der Strompreise in Deutschland gefordert. „Wir haben derzeit in Deutschland ein total unsolidarisches System“, sagte Schwesig am Samstag in Schwerin. Während es im Norden die höchsten Strompreise gebe, seien diese im Süden am niedrigsten. „Es muss gleiche und faire Preise in Deutschland geben.“

Schwesig verwies darauf, dass Norddeutschland mit Windparks und Flüssiggas-Terminals für Energiesicherheit sorge, von der Süddeutschland profitiere. „Wir zahlen dafür hier die höchsten Preise und so kann es nicht bleiben.“ Den Ministerpräsidenten von Bayern und Baden-Württemberg, Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne), riet sie, zu überlegen, „dass man nicht denjenigen, die ihnen die Energie produzieren, immer die Höchstpreise zumuten kann“.

Sechs Bundesländer wehren sich gegen höhere Strompreise wegen eines geringeren Windkraftausbaus. Eine einheitliche Strompreiszone sei Ausdruck eines einheitlichen deutschen Wirtschaftsraums, schreiben die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung. Die norddeutschen Flächenländer hatten eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Strompreiszonen zulasten Süddeutschlands gefordert. Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ vom September wollen die norddeutschen Länder günstigere Strompreise für ihre Bürger und Unternehmen durchsetzen.

„Der Vorwurf der süddeutschen Kollegen stimmt nicht“, sagte Schwesig. Der Norden produziere die grüne Energie. Die Menschen dort zahlten dafür die höchsten Strompreise. Das sei eine Akzeptanzfrage. „Der Industriestandort Deutschland ist gefährdet, wenn es uns nicht gelingt, genug grüne Energie zu produzieren.“

„Alles auf Aktien“ ist der tägliche Börsen-Shot aus der WELT-Wirtschaftsredaktion. Jeden Morgen ab 7 Uhr mit unseren Finanzjournalisten. Für Börsenkenner und -einsteiger. Abonnieren Sie den Podcast bei Spotify, Apple Podcast, Amazon Music und Deezer. Oder direkt per RSS-Feed.

Hier können Sie unsere WELT-Podcasts hören
Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an“ stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, u.a. die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du hier. Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Schalter und über Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Weiterlesen…….

- Advertisement -
Latest news

Columbia, Yale, Harvard: Hunderte Festnahmen bei pro-palästinensischen Protesten an US-Elite-Unis

An mehreren Elite-Universitäten der USA sind nach pro-palästinensischen Protesten insgesamt hunderte Menschen festgenommen worden. Nach Polizeiangaben wurden alleine an der New York University (NYU)...
- Advertisement -

Zum 1. Juli: Kabinett beschließt Rentenerhöhung um 4,57 Prozent – „Ein Gebot der Fairness“ – Video

Die Renten steigen um 4,57 Prozent. Das Bundeskabinett beschloss die Erhöhung der Altersbezüge für rund 21 Millionen Rentner zum 1. Juli. Die Anhebung...

Schiene statt Straße: Wie eine Brauerei zum Vorreiter für die Verkehrswende wird

Für Biertrinker hat Warstein erhebliche Bedeutung. Aber die 24.000-Einwohner-Stadt am Nordrand des Sauerlands in Nordrhein-Westfalen ist auch für Verkehrspolitiker relevant. Ebenfalls wegen der Warsteiner...

Türkei-Reise: „Die Bühne, die Steinmeier betritt, ist kein einfaches diplomatisches Parkett“ – Video

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist bei seinem dreitägigen Türkei-Besuch auf eine gespaltene Stimmung getroffen. Wie schwierig nun die Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Erdogan...
Related news

Columbia, Yale, Harvard: Hunderte Festnahmen bei pro-palästinensischen Protesten an US-Elite-Unis

An mehreren Elite-Universitäten der USA sind nach pro-palästinensischen Protesten insgesamt hunderte Menschen festgenommen worden. Nach Polizeiangaben wurden alleine an der New York University (NYU)...

Zum 1. Juli: Kabinett beschließt Rentenerhöhung um 4,57 Prozent – „Ein Gebot der Fairness“ – Video

Die Renten steigen um 4,57 Prozent. Das Bundeskabinett beschloss die Erhöhung der Altersbezüge für rund 21 Millionen Rentner zum 1. Juli. Die Anhebung...

Schiene statt Straße: Wie eine Brauerei zum Vorreiter für die Verkehrswende wird

Für Biertrinker hat Warstein erhebliche Bedeutung. Aber die 24.000-Einwohner-Stadt am Nordrand des Sauerlands in Nordrhein-Westfalen ist auch für Verkehrspolitiker relevant. Ebenfalls wegen der Warsteiner...

Türkei-Reise: „Die Bühne, die Steinmeier betritt, ist kein einfaches diplomatisches Parkett“ – Video

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist bei seinem dreitägigen Türkei-Besuch auf eine gespaltene Stimmung getroffen. Wie schwierig nun die Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Erdogan...
- Advertisement -