Wednesday, April 24, 2024

WM 2022: Was macht der WM-Pokal in Händen des türkischen Promi-Kochs?

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In der argentinischen Spieltraube nach der Siegerehrung stach ein Mann mit feinem grauem Anzug, elegantem Einstecktuch, schwarzen zurück gegelten Haaren und gold-umrandeter Nickel-Sonnenbrille heraus. Es war der Promi-Koch „Salt Bae“, der bürgerlich Nusret Gökçe heißt.

Der Türke erlangte in Deutschland Berühmtheit, als der ehemalige Bayern-Spieler Franck Ribery im Januar 2019 in einem seiner Restaurants in Dubai ein mit 24 Karat Blattgold ummanteltes Tomahawk-Steak bekam. Nur zur Erinnerung: der öffentliche Aufschrei über die Dekadenz der Fußballprofis allgemein und Ribery im Speziellen war damals groß.

Der ehemalige Metzger Gökçe wurde weltweit bekannt, weil er es versteht, sich beim vermeintlich kunstfertigen Fleischschneiden und dem mit besonders affektierter Handhaltung vollzogenem Würzen so in Szene zu setzen, dass er ein Internetphänomen wurde. Allein bei Instagram folgen ihm 49,8 Millionen Menschen.

Weil er dort sich dort aber mit dem WM-Pokal in Händen zeigt, hagelt es nun Kritik. Tenor: Wie kommt einer wie er dazu, mit der WM-Trophäe zu posieren? Das komme einem Sakrileg gleich, einer unerhörten Anmaßung in diesem Moment auf diesem Platz.

Gökçe mit dem WM-Pokal inmitten der argentinischen Nationalspieler. Später küsste er die Trophäe auch noch

Gökçe mit dem WM-Pokal inmitten der argentinischen Nationalspieler. Später küsste er die Trophäe auch noch
Quelle: dpa/Robert Michael

Auf der Seite des Weltfußball-Verbandes Fifa jedenfalls steht, dass der Pokal „nur von einer sehr ausgewählten Gruppe von Menschen berührt und gehalten werden darf, zu denen ehemalige Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaft und Staatsoberhäupter gehören“.

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m schwarzen Umhang, einem „Bisht“, bekommt Lionel Messi (r.) im Beisein des Emirs von Katar den WM-Pokal von Fifa-Chef Gianni Infantino (l.) überreicht

Meinung WM-Siegerehrung

Eventuell aber hatte „Salt Bae“ ja den Segen von ganz oben. Am Tag vor Argentiniens Finale gegen Frankreich hatte er in seinem Instagram-Kanal ein Video publiziert, dass ihn bei einem Empfang im Rahmen der WM sehr vertrauensvoll und innig mit Fifa-Boss Gianni Infantino zeigt. Das Video betitelte er mit „Family forever“.

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16:53 Uhr: Benzema tritt aus französischer Nationalmannschaft zurück

Karim Benzema hat seinen Rücktritt aus der französischen Nationalmannschaft erklärt. „Ich habe meine Geschichte geschrieben und unsere kommt zu einem Ende“, schrieb der 35 Jahre alte Stürmer von Real Madrid in den sozialen Medien und postete dazu ein Bild von sich im Nationalmannschaftstrikot. In 97 Länderspielen hatte Benzema für die Équipe Tricolore 37 Tore erzielt.

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Gesundes Altern

Benzema nahm an den Europameisterschaften 2008, 2012 und 2021 teil sowie an den Weltmeisterschaften 2010 und 2014. Bei der WM-Endrunde 2018 in Russland, die Frankreich gewann, fehlte er aber im Aufgebot. Auch die EM 2016 und die WM in Katar, als die Franzosen jeweils das Finale erreichten, verpasste Benzema. In Katar fehlte er wegen einer Oberschenkelverletzung, die er sich kurz vor dem Turnier zugezogen hatte.

Der diesjährige Gewinner des Ballon d‘Or hatte sein Länderspiel-Debüt 2007 gefeiert, war aber zwischen Dezember 2015 bis Frühling 2021 nicht mehr für die Nationalmannschaft berücksichtigt worden. Ein Erpressungsfall um ein Sexvideo von seinem ehemaligen Teamkollegen Mathieu Valbuena führte zur Suspendierung und zum Streit mit Nationalcoach Didier Deschamps.

14:45 Uhr: Messi im Bischt – arabische Internetnutzer verwundert über Kritik

In der arabischen Welt haben Nutzer in den sozialen Netzwerken mit Verwunderung auf die Kritik an Lionel Messis Tragen eines traditionellen Bischts bei der WM-Siegerehrung reagiert. „Als Mexiko im Jahr 1970 die Weltmeisterschaft ausgerichtet hat, ließen sie den Titelverteidiger Pelé einen mexikanischen Hut tragen“, schrieb ein Fan auf Twitter. Damals hätten die Medien das als „Verwirklichung der Fußballbotschaft“ bezeichnet. Ein anderer Nutzer kommentierte: „Wenn Araber ihrem Gast einen Bischt schenken, ehrt ihn das und ist ein Zeichen der Dankbarkeit, und das Ganze ist nicht wirklich anders als Pelé, der 1970 einen mexikanischen Hut trug.“

Pelé mit Sombrero nach dem Finalsieg bei der WM 1970 in Mexiko. Laut Bildbeschreibung der Fotoagentur wird er „von begeisterten Fans zur Siegerehrung getragen“

Pelé mit Sombrero nach dem Finalsieg bei der WM 1970 in Mexiko. Laut Bildbeschreibung der Fotoagentur wird er „von begeisterten Fans zur Siegerehrung getragen“
Quelle: pa/dpa

Katars Staatsoberhaupt Emir Tamim bin Hamad Al Thani hatte Messi das transparente Edelgewand namens Bischt zur Siegerehrung umgelegt. Vor allem im Westen wurde kritisiert, dass die Jubelbilder der Argentinier nach ihrem Sieg gegen Frankreich damit nicht mehr nur den neuen Weltmeistern gehörten – sondern auch dem Gastgeberland.

Messi (Mitte) bei der Siegerehrung

Messi (Mitte) bei der Siegerehrung
Quelle: Getty Images/Dan Mullan

Ein Bischt ist ein traditioneller Umhang, den Männer in den Golfstaaten und im Iran zu besonderen Anlässen anziehen. Bei der Siegerehrung im Juni 1970 in Mexiko trug der brasilianische Spieler Pelé einen Sombrero – einen für Mexiko typischen breitkrempigen Hut. Brasilien gewann damals bei der WM 4:1 gegen Italien. Fotos aus der Zeit zeigen, wie die Fußball-Ikone mit dem Hut auf seinem Kopf von begeisterten Fans zur Pokal-Übergabe getragen wird.

13:58 Uhr: Versteigerung von Oranje-Trikots bringt enorme Summe

Die Versteigerung von Oranje-Trikots während der WM hat insgesamt 380.000 Euro eingebracht. Der Erlös soll nach Angaben des niederländischen Fußball-Verbandes KNVB vom Montag komplett zur Verbesserung der Situation von Arbeitsmigranten in Katar genutzt werden. Dafür will der KNVB mit der Internationalen Arbeitnehmervereinigung BWI zusammenarbeiten. Das Team von Bondscoach Louis van Gaal hatte während der Weltmeisterschaft auch ein Trainingsspiel mit einigen Arbeitsmigranten ausgetragen.

12:07 Uhr: Festnahmen in Frankreich nach WM-Finale

Nach der Niederlage der französischen Nationalmannschaft gegen Argentinien im WM-Finale ist es in Frankreich zu Ausschreitungen gekommen. 227 Menschen seien festgenommen worden, berichtete der Sender BFMTV am Montag.

Am Sonntag seien zusätzlich 14.000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz gewesen. Allein in Paris wurden den Angaben zufolge 47 Menschen festgenommen. Die Polizei habe auf den Champs Élysées Tränengas eingesetzt.

Auch in Bordeaux, Lyon und Nizza seien Menschen verhaftet worden, weil sie Mülltonnen in Brand gesetzt oder Polizisten mit Gegenständen beworfen hätten, hieß es.

11:59 Uhr: Historischer Zuschauerrekord in Frankreich

Knapp 24 Millionen Menschen haben Medienberichten zufolge am Sonntag in Frankreich das WM-Finale geschaut. Der französische Sender TF1 verzeichnete damit einen „historischen Zuschauerrekord“, wie mehrere französische Medien am Montag berichteten. Der Marktanteil lag den Angaben zufolge während des Spiels bei 81 Prozent.

Die meisten Menschen saßen demnach um 18.53 Uhr vor dem Fernseher: In dem Moment, in dem die Franzosen das Elfmeterschießen verloren, sahen 29,39 Millionen Menschen zu.

Die Zuschauer beim Pay-TV-Sender beIN Sports, der seine Quote nie veröffentlicht, sind dabei noch nicht eingerechnet. Bisheriger Spitzenreiter war TF1 zufolge das Halbfinale Frankreichs gegen Portugal bei der WM 2006 mit rund 22 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern.

11:03 Uhr: Mit einer Liebeserklärung feiert Messis Frau ihren Mann

Lionel Messis Ehefrau Antonela Roccuzzo hat nach dem WM-Sieg der Argentinier gegen Frankreich bewegende Worte an ihren Mann gerichtet. „WELTMEISTER“, schrieb sie in der Nacht zu Montag auf Instagram. „Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll… was für einen riesigen Stolz wir für dich empfinden, @leomessi. Danke, dass du uns gezeigt hast, niemals aufzugeben und bis zum Ende zu kämpfen.“ Endlich sei es so weit: „Du bist Weltmeister, wir wissen, wie sehr du so viele Jahre gelitten hast, wie sehr du das erreichen wolltest!!! VAMOOOOOOS ARGENTINAAAAAA.“

Dazu postete die 34-Jährige kurz nach dem Endspielsieg mehrere Fotos vom Rasen des Lusail Stadions, auf dem sie zusammen mit ihrem Mann und den drei Söhnen Thiago, Mateo und Ciro sowie dem WM-Pokal zu sehen ist. Auf einem Foto trägt Roccuzzo, die mehr als 24 Millionen Follower hat, selbst den WM-Pokal, auf einem anderen küssen zwei ihrer Söhne den goldenen Pokal. Argentinien gewann mit dem überragenden Anführer Messi im Elfmeterschießen 4:2 gegen Titelverteidiger Frankreich. Der 35 Jahre alte sechsmalige Weltfußballer wurde auch als bester Spieler der WM ausgezeichnet.

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10:17 Uhr: Juventus Turin stellt die meisten Weltmeister der WM-Geschichte

Durch den Triumph von Argentinien bleibt der italienische Rekordmeister Juventus Turin nach eigenen Angaben der Verein mit den meisten Weltmeistern in der WM-Geschichte. Der Serie-A-Klub kommt nun insgesamt auf 27 Weltmeister, wie der Verein selbst auf Twitter mitteilte. Am Sonntag hatten die beiden Juve-Spieler Angel di Maria und Leandro Paredes mit Argentinien den Titel geholt. Hinter den Italienern folgt demnach Bayern München mit 24 Weltmeistern, Inter Mailand steht bei 21. Hätte Frankreich gewonnen, wäre Bayern mit seinen vier Vize-Weltmeistern Dayot Upamecano, Benjamin Pavard, Kingsley Coman und Lucas Hernandez vorbeigezogen.

Argentinien im Freudentaumel – Frankreich im Ausnahmezustand