Friday, April 12, 2024

Ukraine-Krieg: EKD-Friedensbeauftragter gegen Waffenlieferungen

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Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Friedrich Kramer, bleibt bei seiner Position gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und setzt auf eine Waffenruhe. „Es wird zwar so getan, als seien Waffen das, was die Sache voranbringt. Aber wenn man genau hinguckt, merkt man auch, es ist wie Öl ins Feuer gießen“, sagte Kramer der Nachrichtenagentur dpa.

Die Frage nach Waffenlieferungen vereinfache die Komplexität der Probleme, sagte er auch der Magdeburger „Volksstimme“. Waffen würden zum Töten verwendet, nicht zur Rettung von Leben. „Wir wissen nicht, wie lang der Krieg geht, ob wir uns auf zwei, vier, sechs, zehn Jahre einstellen müssen. Wie viele Menschen da sterben, das ist alles fürchterlich. Und ich finde, es muss sofort aufhören. Auch die Weltgemeinschaft müsste viel klarer für eine Waffenruhe eintreten.“

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Kramer, der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist, sagte weiter: „Früher war es klar: Zu Weihnachten schwiegen die Waffen, wenn man so die Geschichten aus dem Ersten Weltkrieg hört. Da wurde der Weihnachtsbaum im Schützengraben hochgezogen und dann sang man Lieder und hörte auf, sich umzubringen. Und vielleicht gelingt das auch. Das orthodoxe Weihnachtsfest ist am 6. Januar. Vielleicht gibt’s da auch einen Nachklang.“

Stopp der Waffenlieferungen sei „eine Position des christlichen Glaubens“

Kramer hat für seine Position gegen Waffenlieferungen keine Mehrheiten hinter sich, er stehe aber weiterhin dafür ein, „weil sie eine aus dem christlichen Glauben sich speisende Position ist“. Er ergänzte: „Wobei die andere Position zu sagen, dem Nächsten zu helfen, Nächstenliebe, ist auch eine vertretbare Position.“ Innerhalb der Kirche gebe es keinen Glaubenskrieg, sondern „eine sehr sachliche, scharfe, aber sehr respektvolle Debatte“.

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Kramer verwies gegenüber der „Volksstimme“ auf die UN-Charta, die Krieg als Mittel der Politik ablehne. „Es ist damit weltweiter Konsens, Konflikte friedlich auszutragen und nicht mit Waffengewalt. Das kann man nicht einfach über Bord werfen, weil sich Russland nicht daran hält“, sagte er weiter. Kramer setzt neben Verhandlungen auch auf den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

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