Wednesday, July 24, 2024

Legende für die Ewigkeit: Nie zuvor war Messi kraftvoller und entschlossener

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Als Kapitän Lionel Messi um 21.44 Uhr Ortszeit im Lusail-Stadion von Doha nach einem der epochalsten Endspiele der Fußballgeschichte den Goldpokal in die Luft stemmte, war dies gleich in mehrfacher Hinsicht das einzig passende Ergebnis einer beeindruckenden Leistungsschau. Argentinien um seinen bis dato ungekrönten Superstar war es zuvor gelungen, nicht nur den Titelverteidiger Frankreich mit 4:2 nach Elfmeterschießen in die Schranken zu weisen, sondern auch einigen Rückschlägen bei der Winter-WM zu trotzen.

Und am Ende stand da nun ein glücklicher Held eines so fußballverrückten Landes, dem es bei seinem letzten Einsatz bei einem globalen Kräftemessen gelungen war, nicht als Lionel, der Unvollendete, in die Geschichte einzugehen, sondern als Lionel, der große Befreier – und der nun auf einer Stufe steht mit dem vor zwei Jahren verstorbenen Diego Armando Maradona.

Der gleiche Moment, zwei Legenden: Diego Maradona (l.) küsst 1986 nach dem Finalsieg gegen Deutschland den Pokal. Nun tat es ihm Messi gleich

Der gleiche Moment, zwei Legenden: Diego Maradona (l.) küsst 1986 nach dem Finalsieg gegen Deutschland den Pokal. Nun tat es ihm Messi gleich
Quelle: AFP/ADRIAN DENNIS

Aus fußballromantischer Sicht ist diese Schlusspointe unter seiner WM-Länderspielkarriere eine wunderbare Analogie zu dem Helden, der Argentinien 1986 beinahe im Alleingang zum bis dato letzten WM-Triumph geführt hatte. Seither genießt Maradona Legendenstatus weit über den Tod hinaus. Messi, maßgebend in jeder Hinsicht beim Titel Nummer drei, wird es ehedem ebenso ergehen.

Messi lässt sich von nichts und niemandem aufhalten

Denn er und die Seinen hatten ja einiges zu verkraften im Verlauf der WM in Katar. Die blamable 1:2-Pleite zum Auftakt gegen Saudi-Arabien war nicht nur die erste handfeste Sensation dieser WM, sondern warf auch Fragen nach der wahren Leistungsstärke der Argentinier auf. Danach wurde gegen Mexiko eine Stunde lang fußballerische Schmalkost geboten, ehe Messi aus dem Nichts traf und so den Grundstein für den 2:0-Erfolg legte. Nun waren sie im Turnier angekommen – dank ihres 35-jährigen Kapitäns und Anführers, an dem sich alle, wirklich alle Mitglieder der Albiceleste aufrichteten. Vorwürfe, er sei oft zu schweigsam und introvertiert, entgegnete der 1,69 Meter große Fußballriese so entschlossen und kraftvoll wie nie zuvor in seiner Karriere.

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Taktikanalyse

Vier weitere Siege im Verlauf der WM ebneten den Weg ins Endspiel und waren fast die logische Folge: 2:0 gegen Polen, 2:1 über Australien, 4:3 im Elfmeterschießen über die Niederlande, 3:0 über den Bronzemedaillengewinner Kroatien. Dass sich Messi zwischenzeitlich noch mit der gesamten Entourage der Niederländer um Trainer Louis van Gaal und Stürmer Wout Weghorst anlegte, passte ins Bild: Hier ist einer, der sich von nichts und niemandem aufhalten lässt.

Neymar und Ronaldo sind schon längst zu Hause

Während die beiden großen Widersacher bei der Beantwortung der Frage nach dem besten Fußballer der Gegenwart, Neymar und Cristiano Ronaldo, schon längst wieder die Heimreise aus Katar angetreten hatten, war in Messi jemand auf einer Mission mit Bestwerten unterwegs: Rekordhalter mit 26 Einsätzen bei einer WM (nun vor Lothar Matthäus), inklusive der beiden Treffer im Endspiel sieben Turniertore in Katar und mit 13 WM-Treffern Rekordtorschütze seines Landes. Ein eindrucksvoller Beleg für den Argentinier, der die Last einer so lange darbenden Nation ganz allein auf seinen schmalen Schultern zu tragen vermochte.

Messi wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt

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Quelle: AFP/ODD ANDERSEN

Denn der dritte WM-Triumph Argentiniens fällt in eine der größten Wirtschaftskrisen des Landes: mit einer unfassbar hohen Inflationsrate von 88 Prozent. Insofern war es erstaunlich, wie viele Landsleute sich auf den Weg in das Emirat gemacht hatten, um ihrem Fußball-Gott auf den Weg zum Triumph zu unterstützen. Regelmäßig waren es 35.000 und mehr bei den Spielen. Sie werden es ihr Leben lang nicht vergessen. Denn nie zuvor hielt ein Finale derart viele Volten parat – und am Ende einen glücklichen Helden mitsamt seiner jubelnden Kollegen.

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