Wednesday, April 24, 2024

WM 2022: So denkt Fifa-Präsident Infantino über die „One Love“-Binde

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Gianni Infantino hatte sich zuletzt etwas rar gemacht. Bei den bislang 62 Spielen der Winter-Weltmeisterschaft in Katar war der Chef der Fifa zwar hin und wieder in übergroßen und überwichtigen Sesseln auf der Very-Very-Important-Person-Tribüne zu sehen. Aber öffentliche Auftritte blieben seit seiner denkwürdigen Pressekonferenz am Tag vor dem Eröffnungsspiel eher selten. Seinerzeit hielt er einen Monolog über eine Stunde und 21 Sekunden, und so durfte man gespannt sein, was den geneigten Zuhörer bei der vorläufigen Bilanzierung des Turniers in Katar durch den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes am Freitagmittag erwarten würde.

Der Raum jedenfalls war schon mal passend: Genau wie am 19. November 2022 hatten Infantino und sein Tross in das „Virtual Stadium“ des Medienzentrums von Doha geladen: Doch anders als beim ersten Auftritt des Fußball-Bosses, als er sich in einer bizarren Selbstinszenierung als „schwul“ und „Arbeitsmigrant“ bezeichnet hatte, blieb der Schweizer mit Erstwohnsitz in Katar diesmal geradezu sachlich.

„Für mich war die WM ein großer Erfolg. Die Fans, die Atmosphäre, die Menschen, die aus der ganzen Welt zusammengekommen sind“, sagte er: „Wir haben 62 Spiele gespielt ohne irgendeinen Vorfall. Keine Mannschaft hat alle Spiele gewonnen. Zum ersten Mal in der Geschichte hat ein afrikanisches Team ein Halbfinale einer Weltmeisterschaft erreicht. Zum ersten Mal hat eine Frau ein WM-Spiel als Schiedsrichterin geleitet. Wir danken allen, die das möglich gemacht haben, die diese WM möglich gemacht haben.“

„Wenn es auf den Platz geht, geht es darum, den Fußball zu respektieren“

Im Zuge seiner Bilanzierung der umstrittenen Titelkämpfe sparte Infantino zunächst ein Thema aus, das in Deutschland und Europa groß diskutiert worden war. Das Verbot der Fifa, die „One-Love“-Binde durch die Spielführer tragen zu lassen. Auf Nachfrage sagte er dazu: „Wir dürfen niemanden diskriminieren, egal, was er denkt oder fühlt. Wir sind eine weltweite Organisation. Es geht darum, einander zu respektieren und zu beschützen.“ Jeder habe die Möglichkeit, seine Sichtweise kundzutun. „Aber wenn es auf den Platz geht, geht es darum, den Fußball zu respektieren. Jeder hat seine Probleme, jede Nation, alle Menschen. Aber wenn Fußball gespielt wird, soll das Spiel genossen werden. Wir sollten denen, die das Spiel genießen, die Chance geben, diesen Moment des Genusses zu haben.“

„Man hat die ganze Last der Geschichte auf den Schultern der Spieler abgeladen“