Wednesday, April 24, 2024

WM 2022: Jetzt auch die Engländer – Wut auf die Schiedsrichter wächst

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Der Frust über den Schiedsrichter war so groß, dass Pepe sogar seine Schmerzen vergaß. Mit gebrochenem Arm stand der Verteidiger nach Portugals WM-Aus im Stadion und beschwerte sich über den Unparteiischen. „Es ist inakzeptabel, dass ein argentinischer Schiedsrichter unser Spiel pfeift“, schimpfte der 39-Jährige nach dem 0:1 gegen Marokko über Facundo Tello. Dieser habe kaum eingegriffen, obwohl die Marokkaner im Viertelfinale „jeden unserer Spielzüge“ mit Fouls unterbrochen hätten.

Erst später wurde im Krankenhaus festgestellt, wie schwer Pepe sich verletzt hatte. An der Enttäuschung über das Viertelfinal-Aus wird das nichts geändert haben.

Die teils heftige Kritik der Portugiesen am Unparteiischen passt gewissermaßen ins Bild des vergangenen Wochenendes. Erst hatten die Niederlande und Argentinien in ihrem umkämpften Duell einen Rekord an Gelben Karten aufgestellt: 15 Verwarnungen für Spieler beider Teams hatte es nach Angaben des Statistik-Dienstleisters Opta zuvor noch bei keinem Spiel in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften gegeben. Trotz des Halbfinal-Einzugs beschwerte sich Superstar Lionel Messi am Ende ebenfalls über die schwache Leistung des Referees. Auch an der Spielleitung des Brasilianers Wilson Sampaio beim 2:1-Sieg Frankreichs gegen England gab es Kritik. „Ein Witz!“ sei dieser, twitterte der englische Ex-Profi Gary Neville.

„Hundertprozentiger Elfmeter an Kane“, urteilte Lineker

Aber woher kommt die geballte Kritik auf einmal? Und was hat es damit auf sich? Dass sich Engländer oder Portugiesen nach ihrem Ausscheiden negativ über die Unparteiischen äußern, erscheint erst mal wenig überraschend. Tatsächlich aber wirkte zumindest Sampaio in seinem Spiel in mehreren Situationen unsouverän und überfordert. Der Brasilianer hatte mehrere knifflige Elfmeterszenen zu beurteilen. Der 40-Jährige sprach den Engländern in der zweiten Halbzeit zwei Strafstöße zu. Den ersten verwandelte Harry Kane, den zweiten schoss er über das Tor.

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Für den früheren Nationalspieler Gary Lineker hätte es noch einen dritten Strafstoß geben müssen, nämlich vor der Halbzeit. Dabei ging es um eine Szene in der 25. Minute, als Kane von Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano in der 25. Minute im Strafraum gefoult wurde. „Ein hundertprozentiger Elfmeter an Kane“, urteilte Lineker.

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Auch für den deutschen Schiedsrichter Patrick Ittrich, Experte bei Magenta TV, ein ganz klarer Elfmeter: „Es wäre ganz gut gewesen, wenn der Schiri Foulspiel erkannt hätte. Ich verstehe es nicht.“ Zudem bemängeln die Engländer, dass das 0:1 von Aurelien Tchoumeni (17.) nicht hätte zählen dürfen. An der Seitenlinie trennte Upamecano Arsenal-Spieler Bukayo Saka vom Ball – für viele war das ein Foul. Für Neville, Lineker und auch ZDF-Experte Per Mertesacker. Für Schiri Sampaio jedoch nicht.

Nach der hitzigen Partie zwischen Portugal und Marokko war die Stoßrichtung der Kritik etwas anders. Dass der Argentinier Tello angesichts des ab der zweiten Halbzeit offensichtlichen Zeitspiels der Nordafrikaner nur acht Minuten Nachspielzeit gab, erscheint tatsächlich diskussionswürdig. Ansonsten zeigte er aber eine ordentliche Leistung. Was die Portugiesen vor allem störte, war schlichtweg seine Nationalität. Und dass ein argentinischer Referee, dessen Heimatnation ebenfalls noch im Turnier vertreten ist, ein derart brisantes Viertelfinale pfeift, ist ebenfalls diskussionswürdig.

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